00:00:02: Hurra Hurra, ein Design Podcast der Burg.
00:00:21: Total gut!
00:00:22: Wir alle hören uns.
00:00:23: das war noch mal einen Husten und das ist der Hurra-Hurra-Podcast Der Design-Pod-Cast der Burg.
00:00:28: Mein Name ist Christian Zöllner und ich freue mich total...
00:00:32: also
00:00:32: ich freu mich immer, dass eigentlich eine blöde Floskel heute hier mit Dieter Hofmann zu sitzen.
00:00:37: Dieter ist mein Kollege im Industriedesign Design-Podcast der bogiebischen Stellen Kunsthochschule in Halle mit den zweifachbereichen Kunst und Design.
00:00:46: Und Design ist der größere von beiden, da gibt es unterschiedliche Leute die hier lehren... ...und Dieter ist einer, Dieter?
00:00:54: Hallo!
00:00:58: Ich rasche mich immer mit meinem Papier um das sozusagen jetzt mal so ein bisschen plastisch zu machen.
00:01:04: In letzter Zeit mache ich das immer so, dass ich einmal kurz durch die Biografie gehe und habe mit zwei Sachen tatsächlich hier ausgedruckt.
00:01:10: Nämlich es gibt ja das was in der auf der Burgwebsseite drauf steht.
00:01:15: Das ist los, den hab' ich aber gesehen, daß es auch einen tatsächlichen Wikipedia-Eintrag von ihr gibt.
00:01:20: Hast du denn selber geschrieben?
00:01:22: Nee, dann hat damals unsere Öffentlichkeitsarbeit geschrieben als ich im Rektorat war für mich.
00:01:27: Sehr gut!
00:01:29: Nein, ich würde es auch nicht selber machen.
00:01:30: Ich finde das
00:01:31: immer so ein bisschen komisch weidl.
00:01:32: wenn man das alles andere hätte mich gewonnen.
00:01:34: aber da steht drin dass du neunzehntes sechzig in viert gebogen wurdest.
00:01:40: viert
00:01:41: liegt in
00:01:43: franken genau in mittelfranken
00:01:47: noch raus und du bist ein systemdesigner produktdesigner hochschuldprofessor und warst von zwei tausend vierzen bis zweitausend zwanzig.
00:01:55: rektor der burg Gelernt, der technischer Zeichner und hast sogar Maschinenbau studiert.
00:02:02: Stimmt!
00:02:04: Ich dachte du bist die
00:02:05: Seiner?
00:02:05: Ja habe ich auch gedacht ganz von Anfang an aber mein Lebenslauf ist nicht so der ganz typische für ein Akademiker.
00:02:12: also ich kann ja vielleicht mal von vorne beginnen wenn das wird.
00:02:15: Ja also ich komme aus einer klassischen Arbeiterfamilie Und ich bin der erste Akademiker in unserer Familie und für uns war das überhaupt nicht vorstellbar, dass wir überhaupt studieren.
00:02:26: Und Design- und Kunst schon gar nicht!
00:02:31: Ich habe nur mit einer Reife gemacht, weil Abitur... also ich wollte, ich wäre eigentlich in der Lage gewesen, Abiturt zu machen.
00:02:37: Meine Eltern haben gemeint, alles kann man sich leisten, dass jemand studiert und Abiturnacht macht.
00:02:44: Dann hab' ich eben mit einer reife gemacht Und im Anschluss habe ich gedacht, was mache ich dann?
00:02:49: Meine Mutter war damals auch bei Grundig.
00:02:52: Deswegen hatte ich ein gutes Einfalls-Tor und hab da die Lehre gemacht als technischer Zeichner.
00:02:57: Bei der Firma damals noch Weltfirma Grundig, die heute nur noch ein Label ist, das weiterverkauft
00:03:01: wird.
00:03:02: War das in Viert,
00:03:02: wo kommt Grundig her?
00:03:03: Genau, Grundig hat sein Headquarter in Virt gehabt.
00:03:06: Da habe ich eine Lehre als technische Zeitlinge gemacht.
00:03:11: Ich habe dann aber schon gemerkt, das war für mich eine total spannende Zeit.
00:03:15: Aber ich wollte immer erfinder werden oder irgendwie die Welt verändern und das war eigentlich immer mein Lebenstrohung.
00:03:22: Ich habe auch schon immer Musik gemacht, habe gezeichnet und mir die Welt angeguckt, habe eigene Möbel gebastelt und solche Dinge gemacht.
00:03:30: Und ich habe immer gedacht, als Ingenieur könnte man vielleicht auch später die Welt verändern und können neue Sachen... Ist so ein kleiner Daniel düsentrieb?
00:03:37: Ja, sagt ja auch über den Ingenieur ist nichts zu spüren.
00:03:39: Man kann
00:03:39: erfinden, wenn es das genau die
00:03:41: Richtige... Genau!
00:03:42: Deswegen habe ich dann Ingenieurswissenschaften studiert, hab dann aber gemerkt dass die Ingenieurwissenschaften, bis man da an dem Punkt ist, was in einem Unternehmen entscheiden kann, was später gemacht wird.
00:03:52: Dass das Jahrzehnte dauert und bis dahin muss man irgendwie Autotüren optimieren oder Kugelager entwerfen und so je Dinge machen und hab gedacht nein es kann's nicht sein und eigentlich war ich schon immer künstlerisch oder gestalterisch veranlagd.
00:04:06: Dann hat sich eben für mich dann irgendwann die Tür geöffnet in einer staatlichen Akademie, der den Künstler in Stuttgart studiert und da gab es diesen Studiengang.
00:04:14: Der hieß Investitionsgüterdesign und der war eben speziell auch für Menschen, die schon ein Ingenieurstudium abgeschlossen hatten und deswegen auch die Studienzeit verkürzen konnten.
00:04:23: Aber ganz kurz wie ihr konntest?
00:04:25: Du hast das Abitur nachgeholt... Ich habe das Abbitur
00:04:27: nachgehoben, ich war dann am Numberkolleg.
00:04:29: Das ist so eine Möglichkeit für Leute mit Berufsausbildung, die dann nochmal in einem dreijährigen Vollzeit Schulkurs, dann ist Abitur nachmachen auf dem zweiten Bildungsweg.
00:04:41: Und danach habe ich auch eine Zeit lang als Konstrukteur gearbeitet und hab angefangen in Ingenieurwissenschaften zu studieren.
00:04:51: Das ist da noch abgeschlossen in Nürnberg.
00:04:54: Wenn das in Vollzeit-Schulausbildung war, wie hast du die finanziert?
00:04:59: Dadurch, dass ich aus einer nicht so reichen Familie, aus der Chancenahmen-Familie, die aus einer Bildungsfamilien oder aus einer Chancenfamilier kam, hatte ich immer BAföG bekommen.
00:05:09: Achso!
00:05:10: Das war toll und deswegen muss man auch der SPD damals danken, die das ermöglicht hat für uns Bildung Chancens zu eröffnen.
00:05:20: Das war schon eine tolle Zeit und da mussten wir aufpassen, dass es uns nicht wieder verloren geht.
00:05:26: Und dann bist du nach Stuttgart.
00:05:30: Wann war das?
00:05:31: Stuttgarter habe ich angefangen, in den neunzenhundertdreiundneinzig Jahren.
00:05:35: Da war ich schon dreiunddreißig Jahre alt.
00:05:37: Da habe ich dann angefangen Design zu studieren an der Kunstakademie genau.
00:05:42: Ja, das war toll!
00:05:44: Ich hab auch Zividienst noch zwischendrin gemacht.
00:05:46: also ich habe noch zwei Jahre Zividiens gemacht musste auch noch verweigern damals, also man hätte sich drei Verhandlungen über sich ergehen lassen müssen.
00:05:54: Ich habe es dann in der ersten Zeit zum Glück geschafft und fand auch dass diese ganzen Umwege die jetzt vielleicht auf den ersten Blick wie umwege aussehen das sie eigentlich für mich total wichtig waren.
00:06:04: Also des technischen Zeichnen ist ja auch eine Fähigkeit die das darstellen und vermitteln von Technik irgendwie sehr schuhen.
00:06:11: ich hab damals auch eine Ausbildung gemacht.
00:06:13: im ersten Studienjahr habe ich alle Metall Bearbeitungsmaschine zuvor in der Lehrwerkstatt zusammen mit den Maschinen, mit den Werkzeugmachern und mit den Mechanikern.
00:06:24: Dann habe ich eigentlich die ganzen Grundlagen dafür gelernt wie man mit Metallbearbeitung das Maschine umgeht und dann eben zwei Jahre eineinhalb Jahre Zeichenschule und dann noch ein halbes Jahr da noch in der Praxis beigrundigt, dann halt mitgearbeitet und Sachen entworfen und gezeichnet und konstruiert.
00:06:41: Wenn ihr jetzt so zurückblickst
00:06:43: In diese Bildung,
00:06:45: in dieser Bildungsbiografie.
00:06:49: Und wir sind jetzt hier im Designstudium bei uns und im Designausbildung.
00:06:53: Was hast du denn von deiner Zeit oder deiner Studienzeit als sagen wir mal bewegendes oder langfähig tragfähiges mitgenommen?
00:07:09: Oder immer noch sagt Gott sei Dank habe ich das in Stuttgart gelernt weil mir bis heute Gut geholfen hat, durchs Leben zu kommen.
00:07:18: Durch's InDesigner-Leben?
00:07:20: Ich weiß gar nicht, ob man das so was Einschen ist, dass er rausgreifen kann.
00:07:24: Aber was ich in meinem Ingenieurstudium gelernt habe, ist das, was ich auf keinen Fall will und das sind... Als ich es erst einmal dann in Stuttgart Design studierte, da hab' ich gemerkt wie spannend Studium eigentlich sein kann.
00:07:36: Also das ist ja das Projektstudium, was wir hier genauso praktizieren und das ist eigentlich das Einzige, wie du nachhaltig glaube ich Dinge gut lernen kannst oder auch sehr schnell lernen kannst.
00:07:45: Überhaupt Design oder Kunst, auch Musik zum Beispiel.
00:07:50: So erlernen kannst du dann auch das professionell ausüben kannst.
00:07:53: In den Ingenieurwissenschaften ist es völlig anders.
00:07:55: Ich habe das erste Mal mit meinem Professor gesprochen als ich meine Diplomarbeit angemeldet hab und hatte ein persönliches Gespräch mit ihm vorher.
00:08:01: War das völlig anonym?
00:08:02: Du bist in eine Vorlesung gegangen, wenn du nicht morgens... Ich habe mir dreihundert Ingenieurs studieren angefangen Und aufgehört habe ich mit sechzig.
00:08:12: Also der Rest wurde rausgeprüft, weil eben Studienanfänger ist eine Währung für Hochschulen und je mehr Studienanfinder du aufnimmst desto mehr Geld bekommst du vom Land.
00:08:20: das war die Strategie.
00:08:22: Und du bist dann morgens um viertel vor acht bis zu rein in die Vorlesungen reingegangen und hast versucht einen Stehplatz zu kriegen.
00:08:30: Das
00:08:30: ist wie
00:08:30: so ein Flugzeug
00:08:31: über Bucht
00:08:31: gewesen?
00:08:32: Das war so voll dass du manchmal gar nicht mehr in den Vorlesungsheim reingegegangen bist für die wichtigsten Vorlesen und bis dann wenn du nicht ne Viertelstunde vorher da warst bist du wieder nach Hause gegangen gar nicht keinen Platz mehr gekriegt hat.
00:08:42: Also so lief unser Studium ab.
00:08:43: später wurde es dann natürlich besser, gab sie noch mehr Praxis aber ist natürlich viel anonymer und viel stärker getrennt in den Fachgebieten Strömungsmechanik, Thermodynamik, Festigkeitslehre Dann die ganzen anderen Spezialfächer.
00:08:58: bis diese Verbindung entsteht zwischen den einzelnen Gewerken bist du schon fast am Ende mit der Diplomarbeit angelangt und da wundert mich das auch nicht.
00:09:06: Das, was ja bei uns in Deutschland für so großartig gehalten wird ist Ingenieurswesen.
00:09:11: Dass es eigentlich mittlerweile gar nicht mehr so gut funktioniert war eben genau das, was man als Ingenieur auch braucht dieses Erfinder sein, diese Dinge zusammenbringen dass wir das im Studium gar nicht gelandert.
00:09:21: und deshalb habe ich dann in Stuttgart erfahren, dass man das in einem Projektstudium besser kann Und das ist eigentlich ein Paradieses an der Kunsthochschule oder an der Designschule zur Hochschule zu studieren, weil einfach die Möglichkeiten, die man hat auch denn aus die Möglichkeit des Austauschs mit den Lernten.
00:09:38: Auch untereinander mit den Studierenden, dass einfach schon organisch organisiert ist in diesem Betrieb Kunsthochschule.
00:09:45: Das fand ich total faszinierend und für mich ja dann eigentlich so erstmal... Für mich ist dann alles explodiert ab dem Zeitpunkt.
00:09:51: Also ich habe mir immer gezweifelt an dem mache ich es richtig.
00:09:54: ... bin ich zufrieden, mit dem ich war auch sehr unzufrieden... ... mit dieser Art der Ausbildung als Ingenieur.
00:10:00: Und erst als ich in Stuttgart angefangen habe, Design zu studieren,... ... aber erst gemerkt, das ist genau das für was ich eigentlich geschaffen bin.
00:10:07: Dann sind aber auch die ganzen Bausteine, die ich bis dahin so zusammen gesammelt habe im Leben,... ... und die haben dann erst eine Einheit und irgendwie einen Bauwerk ergeben... ... und sie haben dann alle ineinandergegriffen.
00:10:16: Und dann ging es eigentlich richtig los mit meinem Leben, wo ich mir vorstellen kann,... ... dass sich mein ganzes Leben danach am Ende verbringen
00:10:23: werde.".
00:10:24: Und wo ging es denn dann weiter?
00:10:26: nach Stuttgart?
00:10:26: Ja, ich war in Stuttgard und hatte eine tolle Diplomarbeit.
00:10:30: Wo ich auch den preis der Hochschule bekommen habe für die beste Diploma-Beit.
00:10:37: Was hast du denn gemacht?
00:10:38: Ich hab eigentlich ein Interface gemacht für die Musikmietergabe damals.
00:10:43: Da war das eben diese MIDI Geräte aufgekommen, sondern man hat sie angefangen... elektronische Musik zu steuern, indem er analoge Instrumente genommen hat.
00:10:53: Und das fand ich total komisch, dass man Klavier oder Gitarre gespielt hat und dann sind elektronischen Klänge rausgekommen.
00:11:03: Ich wollte einfach ein Interface entwerfen, das eben die Möglichkeiten von dem elektronischer Instrument bietet.
00:11:10: Dass sie bei analogen Instrumenten sich der Körper immer ins Instrument anpassen wegen der physikalischen Gegebenheit.
00:11:16: Bei einem elektronisches Instrument war es im Prinzip So was wie ein iPhone heute ist, das war ein Screen auf dem man die Tasten ganz frei anordnen konnte und die gescanned wurden.
00:11:26: Die Finger, die eigenen Fingerspuren, die eigene Fingerspurden wurden gescandet und da konnten dann die Tastaturgriffe angebracht auf diesem Screen.
00:11:34: Und das war auch ein Screen der touchsensitiver war.
00:11:36: Also man konnte über den Druck konnten wir dann auch steuern.
00:11:41: Wie laut der Ton ist oder andere Parameter des Tonsteuern Und man konnte eben dadurch das Instrument im Körper anpassen und nicht umgekehrt.
00:11:48: Und damit lassen sich eben viele Musikerkrankungen, die eben Profimusiker vor allem klassische Musiker mit der Zeit erleiden, lassen sich damit vermeiden.
00:11:58: Wichtig war es dann auch für mich ein Code zu entwickeln, dass beim elektronischen Klang ist es ja so, dass dieser Zusammenhang zwischen... zwischen Klang und Material in Form von dem Objekt völlig verschwindet.
00:12:10: Das heißt, du hast überhaupt keine Kodierung mehr.
00:12:12: also wenn du aufm Becken gehst dann weißt du ungefähr wie das klingt.
00:12:15: wenn du siehst bei elektronischen Klängen geht dieser Zusammenhang völlig verloren und ich habe versucht verschiedene Kodierungen zu entwickeln wie man eben wieder auf der Tastatur was anordnen kann was eben dem Klang auch entspricht und hab dann zum Teil diese Farbe Farbklang-Analogien benutzt, dass eben Klänge schwer sind oder dunkel sind oder hell sind.
00:12:36: Oder ich habe auch Zeichen-Biktogramme benutzt um den Zusammenhang zwischen den Klängen auf dem Instrument und dem was dann am Ende rauskommt herzustellen, damit man auch total individualisieren kann die jeder Musiker für sich selber bestimmen kann welche welche Kodierung da verwendet wird.
00:12:54: Und konntest du das da live prototypen?
00:12:56: Oder war das eine Studie?
00:12:57: Das war eine Studia und ich konnte ein Prototyp bauen, ich habe zusammen mit einem ZKM damals gearbeitet.
00:13:02: die haben mich dabei auch unterstützt und hab dann versucht im Anschluss das umzusetzen, dann bin dann zu verschiedenen deutschen Musikfirmen gegangen und habe aber gemerkt dass sie gar nicht in der Lage sind es zu machen.
00:13:11: Hab dann noch mal in Japan geguckt bei verschiedenen Unternehmen aber da war dann die Kommunikation so schwer.
00:13:17: Irgendwann fängst dann an ins Berufsleben zu gehen und da bleibt es einfach auch liegen.
00:13:21: Aber wenn ich mir das heute überlege, war das eigentlich die Erfindung des iPhones?
00:13:25: Das halten
00:13:25: wir hier fest, dass Dieter Hoffmann sagt, er hat das iPhone erfunden.
00:13:30: Nein,
00:13:32: das ist sicher.
00:13:32: Im Prinzip,
00:13:33: es ist
00:13:35: genau so.
00:13:36: Aber zehn Jahre eher!
00:13:37: Man muss das gewesen sind sieben neunzig?
00:13:38: Genau, sechsundneunzig,
00:13:39: siebenneunzig.
00:13:39: Und dann... Habt ihr nach Asien?
00:13:42: Nein, noch nicht.
00:13:43: Ich hatte dann eine künstlerische Mitarbeit in meinem Studiengang bei meinem Professor, bei dem ich auch studiert war.
00:13:49: Wer war das?
00:13:51: Georg Teodorresco.
00:13:53: Das waren Rumäne.
00:13:54: Ich habe ja drei Lehren, die mich sehr beeinflusst haben während des Studiums.
00:13:59: Das war Richard Zapper, Klaus Lehmann also der berühmte italienische.
00:14:05: Ist er Italiener?
00:14:06: Nein, der ist ganz klar.
00:14:08: Er war natürlich in Italien mit den Leuten von Memphis zusammengearbeitet und dann Klaus Lehmann, der klassische Ulmer eigentlich.
00:14:18: Und dann Georgi Terresco, eine Rumäne, der geflüchtete aus dem Regime und ein Architekt.
00:14:23: ... der total verrückt war, also der uns... aber total das konzepturelle Denken beigebracht haben.
00:14:28: Das Denken über die Tellerrand hinaus und so.
00:14:30: Also jeder hat irgendwie seinen eigenen Einfluss gehabt.
00:14:32: Richard Zapper bei dem war es da gesessen zu einer Konsultation ja?
00:14:37: Und wenn der Minister angerufen hat dann hat er gesagt, ich habe jetzt keine Zeit, ich muss mit meinen Studierenden sprechen.
00:14:42: Und wenn er was gesagt hat, er hat das Ding angeschaut, er hatte etwas gesagt und dann bist du weiter gewesen.
00:14:46: Er hat einfach total schnell Dinge erkannt und dir weiterhelfen können.
00:14:49: Klaus Lehmann war so ein Strukturierter Und das war für mich ein total schönes Spektrum an Lehrerfahrungen, die ich da machen konnte.
00:15:00: Das finde ich aber interessant, weil so viele Leute können ihm das ja gar nicht erzählen wie das war.
00:15:05: und also wie war Richard Zapp bei einer Lehre?
00:15:08: Also du hast gesagt ihr hattest die Sache angucken und konntest sofort was sagen?
00:15:10: oder Du warst als Studierender weiter Was ist es denn für eine...was hat er denn gemacht, so bezauberndes?
00:15:18: Der war da gesessen, hat dir zugehört hat sich dann die Dinge angeschaut und nachher drei Worte gesagt zur Form, zur Farbe oder Fragen gestellt.
00:15:29: Diese Fragen haben dich so auf den Punkt gebracht, dass du danach wieder rausgegangen bist aus der Konsultation und hast weiterarbeiten.
00:15:38: Du warst total klar irgendwie... berührt, erleuchtet oder irgendwie inspiriert.
00:15:43: Das war das was ich hatte und der total schöne freundliche Art.
00:15:48: einfach auch gar nicht... Also ich habe noch nie von ihm irgendwie so eine Kritik gehört oder irgendwas was irgendwie unangenehm war sondern es war immer eine sehr freundlichere Art und Weise miteinander umzugehen und er hat uns geduzt wir durften ihn nutzen.
00:16:01: ja also das war für uns an der totale Erde jemanden wie Richard Zappertutze zu dürfen Und das hat mich schon sehr beeindruckt, so eine Persönlichkeit auch so nahe zu erleben.
00:16:11: Der war ja damals auch schon extrem bekannter Entwerfer und Klaus Lehmann genauso.
00:16:17: also das waren so Persönlichkeiten die extrem aufgrund auch jeder Person so beeindruckend waren.
00:16:26: Das hat mir ein Theodoresco genau so.
00:16:28: Die Verrücktheit war der total Klasse für uns und die drei in der Unterschiedlichkeit haben mich total inspiriert.
00:16:37: Das waren auch für mich dann diejenigen, wo ich mich da noch in der Lehre orientieren konnte.
00:16:41: Das sind meine Tage gewesen!
00:16:43: Das waren für mich so gewisserweise die Mentoren.
00:16:47: Du wolltest mich ja bestimmt fragen wie ich zum... zu meiner Fähigkeit zu leeren gekommen bin.
00:16:55: Und das waren natürlich diese drei Vorbilder, die ich hatte.
00:16:58: Dann waren es auch die künstlerischen Mitarbeiter in dieser Zeit zum Beispiel.
00:17:02: Justus Thynard war einer meiner künstlerschen Mitarbeiter.
00:17:05: Peter Reimspieß war einer der damals in Stuttgart war oder Volker Zöcht und die waren alle lernen an anderen Hochschulen.
00:17:13: Die haben auf einer ganz anderen Ebene mitgenommen, also eher so auf der Ebene zwischen Prof- und Zwischenstudierende.
00:17:19: Das ist
00:17:20: eine superzirfige perfekte
00:17:21: Beschreibung
00:17:22: eigentlich für den Job.
00:17:23: Und auch die ganzen anderen Studierten mit denen ich zusammen studiert habe.
00:17:25: Es waren ja auch alles Ingenieure in meinem Studiengang.
00:17:32: Ja, das war dieser Studiengang, der hieß Investitionsgüterdesign.
00:17:35: Es war ein total klasse Modell Weil im Prinzip hast du eine ganz normale Designausbildung mitgemacht, aber du konntest auf die Fächer, die du eigentlich schon als Ingenieur mitbringst.
00:17:44: Auf diese Konntest du dir verzichten und konnest deswegen ein bisschen Zeit sparen.
00:17:47: Und das war schon perfekt!
00:17:49: Und Investitionsgüter waren so ein bisschen der Schwerpunkt.
00:17:51: also wir haben uns halt auf Objekte konzentriert, die technisch irgendwie komplexer waren und die Herausforderungen da wo du auch ein bisschen Ingenieurenwissen nutzen konntesten für die Inwürfe... Aber es war ein ganz normales Designstudium und das war halt ein bisschen komprimierter.
00:18:11: Vielleicht für die zuhörenden Investitionsgüter, weil man unterscheidet... oder jetzt hilft mir bitte wenn ich messt rede zwischen Investitions-Gütern und Konsum-Güttern sind Sachen die du quasi bei Amazon und im Media Markt kaufen kannst oder in der Drogerie oder sowas Obwohl die Verbrauchsgüter sind, aber sei es drum.
00:18:31: Also ich gucke jetzt nämlich mal um mein schönes Mikrofon hier.
00:18:35: das Zoom-Aufnahmegerät oder die Leuchte von IKEA sind Konsumgütern.
00:18:40: Die Kantbank der Werkstatt oder die CNC Fräse die da steht Das ist ein Investitionsgut weil das wird als Investitionsmittel von einem Betrieb gekauft Abgeschrieben.
00:18:54: Die bösen kalmarkischen Produktionsmittel, an denen nur die Minderheit...
00:18:59: Produktionsmittel benutze
00:19:01: ich dem nicht noch.
00:19:01: Man sagt,
00:19:02: man kann auch Produktionsmitteln sein, aber meines heißt ja, dass sie zu uns geführt ist.
00:19:09: Und wie lange warst du dann Mitarbeiterinstückert?
00:19:11: Ich war dann, ich habe in den Jahr neunzehntundneinzig angefangen und war da bis neunzentneinzehnundneunzig, weil ich dann in Stuttgart, ich hätte ja auch sechs Jahre da verbringen können, ... auch nur eine halbe Stelle.
00:19:22: Ich war der erste, der nur eine Halbestelle hatte... ... vorher gab es noch eine ganze Stelle für künstlerische Mitarbeiter,... ... was ich aber gemerkt habe, dass das eigentlich ne totale Sackasse ist,... ... also wenn du ne volle Stelle als künstlerscher Mitarbeiter bist und ich war da sehr dankbar,... ... mit einer anderen halben Stelle konnte ich dann eben meine Berufspraxis weiterentwickeln,... ... ich hab' dann auch angestellt im Designbüro von meinem Prof,... ... das hieß Design damals, Design,... ... und konnte aber auch für andere Firmen frei beruflich arbeiten.
00:19:48: Also ich habe dann auch für... Büro in New York gearbeitet, das heißt Eco-Design.
00:19:52: Die haben so Möbel gemacht.
00:19:54: auf einem Müller zum Beispiel, habe ich mit entworfen und ich hatte die Chance über diese künstlerische Mitarbeit eine Gastprofessorin Korea zu machen.
00:20:02: also mein Prof hat eine Gasprofessur in Korea konnte aber nicht die ganze Zeit da bleiben.
00:20:06: Da habe ich mich gefragt ob wir uns die teilen wollen?
00:20:09: Und dann hatte ich eben die Chance deine Gasprofession Korean zu machen was eine total großartige Erfahrung war.
00:20:15: Das war für mich auch so ein bisschen die, wo ich das landen, wo es langsam ins Leeren rein wachsen konnte über diese Schiene.
00:20:24: Aber nochmal ganz kurz, weil du das gerade so angerissen hast dass du der erste halb Tag oder eben nur zu fünfzig Prozent angestellte künstlerische Mitarbeiter warst, sodass es eigentlich eine Sackgasse ist, meinst du liegt daran?
00:20:40: Dass diese vollständige Bindung an die Hochschule Eigentlich keine Qualifizierung bietet, um danach irgendwo in der... Also sechs Jahre Vollzeit an der Hochschule macht dich eigentlich unanstellbar?
00:20:55: Oder wie würdest du das...?
00:20:57: Ja, du verlierst einfach.
00:20:58: Es kommt darauf an was du später machen willst.
00:20:59: wenn du die akademische Karriere machen willst dann ist es vielleicht sinnvoll weil früher war das ja so Du musst jetzt fünf jahre Berufspraxis mitbringen und überhaupt künstlerischer Mitarbeiter zu werden.
00:21:07: Das war die Grundvoraussetzung.
00:21:09: Und das heißt, die künstlerische Mitarbeiterstelle war eigentlich die klassische Vorbereitung auf eine Professorenstelle.
00:21:14: Das heißt du hast eigentlich schon eine Praxiserfahrung gemacht bis dann Künstlerischer Mitarbeiter geworden und bist dann in die Lehre gegangen und dann hast dich eigentlich auch klassischerweise auf eine Professor beworben mit dieser ganzen Stelle.
00:21:25: Aber dadurch, dass eben die Hochschulen nicht mehr so gut ausgestattet waren und dadurch auch diese Kürzungen stattgefunden haben, wurden diese Stellen eben geteilt.
00:21:33: Und dann hast du eben auch gar nicht mehr die Chance gestandene Designer, die schon Geld verdient haben, die ja Praxiserfahrung haben an der Hochschule zu binden.
00:21:41: Und deswegen war dieser Halbesteller immer viel stärker für Leute, die noch nicht so qualifiziert im Beruf sind, die das parallel machen mussten.
00:21:52: Das als Chance weggreifen, aber für mich war das großartig.
00:21:55: Ich fand es total schön... Das Problem ist du hast natürlich zwei Jobs parallel.
00:21:59: also keiner fragt dich ja ob du in der halben Zeit deinen Job machst sondern du hast eigentlich zwei ganze Jobs an der Backe.
00:22:04: Aber das haben wir total Spaß gemacht auch diese beiden Aspekte zu miteinander verbinden.
00:22:11: Ich hatte in der Zeit auch noch ein Forschungsprojekt mit... Da ging es um multimodales Gestalten, also das war zum ersten Ansatz ist die digitalen Werkzeuge in den Gestaltungsprozessen mit einzubeziehen weil damals das Scannen möglich wurde aus dem analogen Raum einen digitalen Raum zu gehen dann im Computer die Dinge zu bearbeiten und wieder raus durch das Ausgeben mit CNC-Fressen oder mit anderen nicht mit TrID drucken aber mit anderen Methoden wieder ins Analoge zu gehen und zwischen diesen Moden hin und her zu springen, da hatte ich auch noch ein Forschungsprojekt.
00:22:43: Also das war nicht total klasse diese Vielfalt an Aufgaben und an Herausforderungen.
00:22:47: Das habe ich total genossen.
00:22:48: Und es hab' ich dann bis in deiner Neunzig gemacht.
00:22:52: und dann kam eben... Dann kam das Angebot von Ross Lovegrove.
00:22:57: Ich habe bei Ross Love Grove in London gearbeitet.
00:22:59: Hat eine Anstellung.
00:23:04: Parallel kam ein Freund zu mir, der vorher in Japan war an der Praktikum gemacht hat.
00:23:10: Er hatte da Kontakte zur Menschen aus der Universitätslandschaft und er hat mir dann eine Stellenausschreibung geschickt und hat gemeint, schau dir das mal anders, könnt ihr doch für dich ganz spannend sein?
00:23:21: Da ging es auch um diese zusätzliche Bildung die Meizingenieur einfach mitbringen um technische Sachen aber schon um eine Stelle als Produktgestalter.
00:23:31: Und da habe ich gedacht, naja okay... Bewerb dich mal.
00:23:33: Aber in Japan ist es sowieso fast unmöglich, eine Stelle zu kriegen, wenn du nicht persönliche Beziehungen schon vorher hast und die dich kennen.
00:23:38: Ich habe mich beworben, habe meine Bewerbung hingeschickt und arbeite bei Ross Lovegrove im Studio Weidegearbeit.
00:23:44: Das war total schön!
00:23:44: Also ich hab das geliebt in London.
00:23:47: Hat er total schöne Projekte gehabt als wir auch mit Japan Airlines First Class gemacht oder... Auch für Yamagiba einen japanischen Leuchtenhersteller entwickelt.
00:23:55: Da war es ja gefühlt, hast du in London gesessen und hast du eh schon für die Japaner gearbeitet?
00:23:59: Ja,
00:24:00: schon!
00:24:00: Aber das in London war für mich eine total schöne Erfahrung auch.
00:24:02: Und dann sitze ich so am Schreibtisch und hab plötzlich Mats Blinge und dann kommt ne Mail.
00:24:08: also das war dann im April, der Staat für diese Stelle.
00:24:16: Ende Februar kam dann die Mail und dann haben sie mir geschrieben, ja wir haben sie ausgewählt.
00:24:20: Sie können anfangen zum ersten April in Japan eine Professorenstelle an der Hochschule von Tsukuba.
00:24:29: Wo ist Tsukuba?
00:24:30: Tsukoba
00:24:31: ist so ein Fünfzig Kilometer von Tokio entfernt Eine Universitätsstadt, die in den Siebzigern auf dem Reisfeld gegründet wurde.
00:24:44: Ich
00:24:44: dachte auch am Reisbrett.
00:24:46: Auch am Reissbrett,
00:24:47: genau weil das war ja damals die Idee, man musste dass in Tokio irgendwann das große Erdbeben kommt und in Tokyo ist ja die ganze Industrie oder die ganze Forschungslandschaft und die ganze Universitäterslandschaft bis dahin Vereint gewesen.
00:25:01: Und es gibt natürlich noch Kyoto, aber man wollte nicht dass wenn in Tokyo das große Erdbeben ist, dass dann alles erst mal lahm liegt und hat dann in zu kuba damals nach dem Vorbild des MIT eine Hochschule gegründet die dann im Prinzip auch ein ganz internationales Konzept haben sollte.
00:25:15: deswegen gab's auch für mich die Möglichkeit jetzt ausländischer Professor dazu unterrichten der auch des japanischen überhaupt nicht mächtig war sondern ich hatte die Möglichkeit in englisch am Anfang zu unterrichten habe es dann immer mehr danach ins japanische mehr länger echt an.
00:25:26: da war konnte ich dann auch immer mehr japanisch und hab versucht das in Englisch zu machen.
00:25:32: Und es wäre an einer anderen japanischen Hochschule ganz schwierig gewesen, weil da ist so dieses Fremde manchmal auch ganz schwierig zu integrieren in diese japanische Denken.
00:25:43: Interessant!
00:25:45: Ich dachte immer du hättest in Japan als Industrie-Designer gearbeitet aber du warst da eigentlich... Genau
00:25:50: ich war zwei Jahre in Zukuba an der Universität, habe aber damals schon angefangen eigene Projekte zu machen und nach zwei Jahren habe ich das aufgehört.
00:25:57: Also die Stelle war erst auf ein Jahr begrenzt, da hab' ich noch verlängert auf zwei Jahre gekriegt.
00:26:01: also es war klar dass sie begrenz sein wird.
00:26:03: Erst eigentlich auf einen Jahr und dann haben Sie mich aber nochmal verlängerd.
00:26:06: und dann habe ich mir schon vorbereitet, dass ich in Tokio mein eigenes Büro gründete und hatte dann mein eigenem Büro gegründet bis ich hier angefangen habe in Halle und dann aus dem Fall in Osten wieder den Nahen Osten zurückbekehren.
00:26:18: Aber mal
00:26:19: ganz kurz!
00:26:19: Also erstens, du warst dann an... Du bist sozusagen eigentlich so Hals über Kopf.
00:26:25: Musstest du da hast du dann?
00:26:26: Tschüss Ross!
00:26:27: Hallo Nippon!
00:26:29: Ich habe einige schlaflose Nächte verbracht und ich hab gedacht, na das kannst du in so kurzer Zeit und ich bin ja gar kein so ein asio-fieler Mensch gewesen damals.
00:26:38: Ich war zuvor schon in Shanghai und in Taiwan auf der Designkonferenz und in Thailand und so.
00:26:46: Aber ich fand es immer spannend, aber ich habe mir nie vorstellen können in Japan oder in Asien zu leben.
00:26:52: Soweit weg von meiner eigenen Kultur wo du auch völlig fremd bist war dann aber nach der Gastprofessor in Korea zwei Wochen.
00:26:58: in Japan bin noch ein bisschen rumgereist und ich fand dieses Land irgendwie geheimnisvoll ganz anders als die anderen asiatischen Ländern.
00:27:04: Und dann hab gedacht rücken wann möchte ich da vielleicht nochmal irgendwie zurück?
00:27:08: Vielleicht sogar beruflich irgendwas machen, aber das hat sich da nie ergeben.
00:27:10: und dann plötzlich kam eben diese Ausschreibung.
00:27:16: wenn du es jetzt nicht machst, diese Chance zu ergreifen auch wenn das total strange ist und du keine japanisch kannst.
00:27:21: Und da dich voll ins Abenteuer stattst, dann machst du das nie mehr ja?
00:27:24: Und hab dann einfach heils über Kopf entschieden... alles liegen zu lassen mit drei Kisten und zwei Koffern, wenn ich nach Japan losgereist.
00:27:31: Ich habe diese Stelle angedreht... Und
00:27:33: wie war das dann zu lernen?
00:27:35: Ja genau!
00:27:36: Das ist eine andere Lern- und Lehrkultur.
00:27:38: Es sind große Universitäten.
00:27:40: Da gibt es Medizinsport, Erziehungswissenschaften, alle mögliche Fächer.
00:27:45: aber es gibt auch eine große Fakultät für Kunst und Design.
00:27:48: In der waren noch viele Professoren die schon im Ausland waren und da schon auch Kunst und design gelehrt haben Und deswegen war das mir nicht so ganz fremd.
00:27:57: und was mich ja immer total fasziniert, du gehst ins Ausland und viele Schuhhochschuhen die Design lernen orientieren sich am Bauhaus.
00:28:05: Also das ist wirklich ein Fachaufschlager an auslöschen Design oder Kunsthoch-Schuhen unser Bauhausmodell.
00:28:11: Das mit dem Fokus?
00:28:12: Genau,
00:28:13: also diese Bauhausidee sind immer noch total lebendig und wird total gewertschätzt Und deswegen ging es mir einigermaßen leicht von der Hand.
00:28:23: Was aber der große Unterschied ist, das ist ja eine Volluniversität und da ist natürlich die Forschungslandschaft ganz anders.
00:28:28: also die haben viel stärker auch noch diesen Forschungsspekt, die hatten auch damals schon den PhD oder den Master- und Bachelor System und das war so für mich ein bisschen Umstellung, aber irgendwie von der Lehre her... Die sprachliche Herausforderung war eher stärker, wobei ich am Anfang die erste oder zweite Veranstaltung bin.
00:28:50: Ich habe sich dann überhaupt mit ihnen kommunizieren gemerkt, dass sie eigentlich von der Grundlage genauso viel Englisch hatten wie wir in der Schule im Gymnasium oder später.
00:29:01: und die haben nur nicht gelernt zu kommunizierend und auch eine totale Angst zu sprechen weil sie keine Fehler machen wollen, vor allem nicht für ihren Professor.
00:29:10: Und ich musste dann immer selber Fehler machen und selber falsch reden damit die das Gefühl haben naja er kann es ja auch nicht besser und musste immer motivieren kommen egal wie der Fehler macht niemand tut euch was ja versucht einfach zu sprechen.
00:29:21: und von so drei vier Wochen hat sich das dann entwickelt.
00:29:24: und dann habe ich gemerkt wie toll die eigentlich Grammatik und Wortschatzkonten viel viel besser als ich zum Teil die Möglichkeit gefehlt zu kommunizieren und das zu sprechen, die Sprache.
00:29:37: Das ist eine ganz andere Form der Sprachausbildung.
00:29:40: Und dann ging es ab, dann ging's eigentlich.
00:29:42: Ich habe dann auch viele Freunde innerhalb der Hochschule... ich hab dann auch ein Jahr lang versucht, möglichst mich fernzuhalten von allen Ausländern.
00:29:49: Also ich wollte eigentlich meine eigene Japanexperience machen und habe mich versucht vom Ausländer fernzuhalten nur mit Japanen zu tun zu haben was sehr gut war weil eben die schon international waren, die meine Kollegen da in der HochSchule, die ja schon im Ausland waren und gut Englisch konnten Und mir wurde dann auch vieles erspart, was ich so von den Ex-Battery jetzt kenne.
00:30:07: Die so länger in Japan sind.
00:30:09: nach drei oder vier oder fünf Jahren fangen die alle an zu sagen, Japan ist total scheiße das Land ist so schlimm und furchtbar.
00:30:15: Ja und schimpfen nur noch und es ist mir eigentlich erspart geblieben dadurch dass sie eben einen anderen Einstieg in dieses Land hatte.
00:30:22: Das ist ja dann oft so, dass sie gar nicht die Sprache landen wollen.
00:30:25: Selbst ihre Kinder, die die mitnehmen verhindern bei Verhindern, die das sie in der deutschen Schule wo sie dann sind japanisch leiden weil die dann sagen ja dann müssen haben Sie weniger Mathematik oder weniger und denken dass es für die ein Vorteil wenn sie im Land sind unter die Sprache nicht leidenden können.
00:30:40: also manchmal ganz schön absurd.
00:30:42: Und das blieb mir dann erspart und deswegen kann ich immer noch sagen, dass mich Japan immer noch eines meiner Lieblingsländer ist.
00:30:47: Ja
00:30:48: ich finde trotzdem wenn so das klingt... Also diese ganzen Hasels die kann ich total verstehen Tokio Design Studio Gründen.
00:30:58: Das klingt für mich Wahnsinn, wie soll das denn gehen?
00:31:03: Wie findest du da einen Rohplatz?
00:31:05: Wie machst du diesen Muster der irgendwelchen Behördenkram und so ein Zeug machen?
00:31:10: Und es klingt alles total...
00:31:13: Das ist schon ziemlich herausfordernd ja.
00:31:16: Sympathisch formuliert!
00:31:17: Ich hatte das Glück dass ich natürlich in der Zeit in der ich in Japan war diesen Spagat gemacht hat für europäische Unternehmen, die auf dem japanischen Markt wollen.
00:31:27: Also ich hatte ja auch deutsche oder europäisch Auftrag gegeben.
00:31:30: Ich habe für die Form damals geschrieben.
00:31:33: Damals war die Form ganz neu online und diese Online-Version.
00:31:35: Und da gab es eine Kolumne über Japanisches Design.
00:31:39: Die habe ich immer wundertlich.
00:31:40: Da habe ich dann die Kolumnen geschrieben.
00:31:43: Das waren mir so meine... Geldgeber, wo ich mal Brot verdient habe.
00:31:49: Wo ich ständig Geld bekommen habe zum Beispiel für Trendbüro Trend Research gemacht aus Tokyo weil die suchen auch immer Trend-Researcher.
00:31:55: das hab' ich dann auch mal einen Mitarbeiter an einmal gegeben und es war so ein bisschen... Ich hatte einige Sachen die mir tägliche Brot gesichert haben und dann bin ich aber auch in den japanischen Unternehmen ran.
00:32:04: man hat z.B.
00:32:05: für Mercedes gearbeitet, die haben in Tokio Büro, wo sie im Prinzip die zu den neuesten Wagenstudien machen oder Automobilstudien und Mobilitätsstudien.
00:32:15: Also nicht nur Autos, sondern überhaupt über Mobilität nachdenken.
00:32:18: Für die habe ich dann auch gearbeitet, hab für Mutchi gearbeitet.
00:32:21: Sagt euch wahrscheinlich hier auch was, Mutchi Rishi?
00:32:23: Habt ihr dann auch Fokusawa kennengelernt als Erder, der war da ja Designchef.
00:32:29: Denkt aber zur Playoff.
00:32:30: Ja genau, das ist denn auch die Japanes wirklich schön!
00:32:34: Und ganz toller Mensch auch, also ganz bescheiden.
00:32:37: Also sehr umgänglich und habe ich dann langsam so reihaft für einen Roboterhersteller gearbeitet, der den Pino dabei wird hier niemand kennen.
00:32:47: Und so habe ich mich dann langsam in die japanische Kultur oder in den japanischen Business reingearbeitet.
00:32:51: und Japanisches Business ist natürlich ganz anders.
00:32:52: Ja, aber
00:32:53: was ist anders?
00:32:54: Da
00:32:54: geht es einfach um Zuverlässigkeit.
00:32:56: Also du hast keinen Vertrag mit dem japanischem Unternehmen.
00:32:59: Du sprichst dich mündig ab.
00:33:00: Das Maximals ist auch in einem Prozess wo du dich privat auch noch mal beim Essen triffst und damit dann da dich kennenlernst.
00:33:05: also die persönliche Beziehung ist total wichtig, dass sie dich mögen, dass du eine Beziehungen zu denen aufpasst das dir das Gefühl haben du bist ein guter Mensch sagen wir mal so in Anführungszeichen.
00:33:14: Und wenn es irgendwie gewährleistet ist, dann sprichst du über das was für die zu tun hast.
00:33:19: Dann gibt's ein Abgabetermin und zu dem Abgabettermin musst du fertig sein.
00:33:22: Musst du abgeben.
00:33:23: Es geht nicht dass du einen Tag später abgibst.
00:33:25: Du musst abgeben an deinem Termin.
00:33:26: Das alles was vereinbart ist fix und du magst zwischendurch natürlich Gespräche über die Inhalte.
00:33:33: aber es gibt so fixe Dinge und wenn du nicht musst einfach einhalten und wenn man die einhältst dann ne Woche später hast du dann dein Geld auf den Konto.
00:33:39: ja ohne Vertrag, ohne alles.
00:33:40: Das ist wirklich eine totale... niederschwellige Sache, ohne dass du da die große Business-Dinge aufmachen musst.
00:33:49: Das ist immer noch so?
00:33:50: Ja und das passiert ja immer noch, sodass du dein Gehalt oder deinen Honorar kriegst in einem Briefkuvert überreicht im Bargeld.
00:33:59: also es nicht unüblich.
00:34:00: Also in Korea war das durch die Bank so, du hast immer alles feierlich ins Kuvertenbereich bekommen und unseren Bündel Scheine bekommen.
00:34:09: Das fällt mir jetzt ein bisschen auf die Füße weil ich jetzt irgendwie für meine Ruhestandsgeld immer nachweisen muss, wann ich gearbeitet habe und dass ich da erfolgreich als Gestalter gearbeitet hab.
00:34:21: Und das lässt sich dann natürlich bei solchen Dingen manchmal auch schwer belegen.
00:34:25: ja also weil es ist da völlig normal so zu arbeiten.
00:34:33: Okay!
00:34:35: Und dann aber dich nehmen wir mal an?
00:34:38: Dann hast du richtig japanisch gelernt.
00:34:41: Du hast dann gelernt mehr oder weniger fließend japanisch zu sprechen, auch genau diese Vertrauenssimulation
00:34:47: zu erzeugen.
00:34:48: Das schaffst du gar nicht mehr als Erwachsener und wenn noch nicht in Japan geboren bist, weil da ist im Bezug auf diese Kommunikation in Japan so kompliziert dass du da reingeboren sein musst.
00:34:58: Ich spreche besser als viele Japanologen japanische aber das... perfekte japanisch und mit zum Beispiel die ganzen höflichkeitsformen auseinanderhalten zu können.
00:35:07: Das ist extrem schwierig, aber das wird ja als Ausländer verziehen.
00:35:14: Sondern sie wissen ja selber von sich, dass ihre Kultur so seltsam und so außergewöhnlich ist, dass es auch niemand erlangen kann der da nicht geboren ist.
00:35:20: Deswegen haben wir einen großen Vorteil auch als Auslander.
00:35:22: also man muss nicht alles erfüllen.
00:35:24: Je mehr man kann desto schlimmer wird's, desto mehr wird auch von einem erwartet.
00:35:28: Also je besser man von Japanisch spricht desto schleller ist es wenn man Fehler macht.
00:35:32: Aber am Anfang ist man eigentlich auch... Das passiert ja uns häufig, dass wir dann mit den Schuhen in die Wohnung gehen oder mit den Toilettenschuhen wieder zurück in die Wohnung gehen.
00:35:41: Da siehst du die schmerzhaften Gesichter dann plötzlich aufleuchten und du merkst wie wedes denen tut.
00:35:47: aber das verzeihen die dir alles als Ausländer da sind die da auch sehr freundlich und sehr tolerant.
00:35:55: Haben die das verziehen, dass du dann wieder zurückgekommen bist?
00:35:57: Ich bin ja immer noch oft da gewesen.
00:35:58: Also ich habe auch immer noch Kontakte zu meiner Universität in Tsukuba und mittlerweile hab' ich einen privaten Kontakt nach Japan der aber nicht daraus entstanden ist sondern das war halt Zufall, dass sich schon japanisch konnte und meine Frau ist Japaner.
00:36:14: hat sich das hier in Deutschland eigentlich erst so ergeben?
00:36:19: Aber für mich war die wichtige Frage eigentlich nach fünf Jahren.
00:36:23: Merkst du einfach, dass deine eigene Kulturelle Batterie langsam leer wird?
00:36:28: Also du verlierst einfach den Zugang zu deiner eigenen Kultur.
00:36:31: Ich habe gemerkt, weil ich ins Flugzeug steig nach Deutschland sind mir die Deutschen unangenehm geworden.
00:36:36: Die Lautheit auch oder wie die Reden also... Und ich habe auch gemerkt, wenn ich in Deutschland einkaufen gehe.
00:36:42: In Japan brauchst du gar nicht dieses Schutzschild dich immer vor diesen privaten Belangen anderer Menschen zu schützen weil du damit gar nicht belangt wirst in Japan.
00:36:50: Du gehst nicht einkauen und jemand drückt ja deine schlechte Laune rein.
00:36:54: Sondern die sind einfach immer freundlich zu dir Immer höflich und auch nicht künstlich sondern das ist halt einfach.
00:36:59: Man belästigt nicht andere Menschen mit seinen eigenen Problemen im öffentlichen Raum.
00:37:04: Privat ist es anders aber im öffentlicher Raum.
00:37:06: Und da brauchst du auch nicht mehr diese Schutzschilder, die du körperlich spürst.
00:37:11: Wenn du die mal abgelegt hast, dann brauchst Du dann nicht mehr.
00:37:14: und als ich dann immer zurück bin nach Deutschland habe ich gemerkt, dass sich die wieder aufbauen.
00:37:17: Richtig körperlig konnte ich das fühlen.
00:37:20: Ich hab dann auch gemerkt ,dass ich zum Beispiel nicht mehr laut genug spreche für Deutschland oder nicht mehr durchsetzungsfähig genug bin.
00:37:26: Ich musste diese ganzen Fähigkeiten, die wir in Europa brauchen, sich durchzusetzen, laut zu sein, man manchmal auch aggressiv zu sein.
00:37:32: Das gewünscht Dir da völlig ab!
00:37:34: Und da war der zweites dann für mich gekommen, die hat sich nach fünf Jahren zur Frage gestellt.
00:37:39: Wie geht es denn jetzt weiter für mich?
00:37:41: Will ich hier mein Lebensabend verbringen?
00:37:43: Weil wenn du nach fünf Jahre nicht zurückgehst musst du glaube ich dich entscheiden.
00:37:46: Bleibe ich für immer da will ich da mein Lebensamend verbrechen und für mich war das eine Entscheidung.
00:37:51: Ich möchte hier nicht in Rände gehen.
00:37:52: also kann man nicht vorstellen dass ich in Japan irgendwie ein alter Mann bin und an einer japanischen Kultur alt werde und habe mich dann doch wieder... Ja du
00:37:58: könntest in so einem
00:37:59: Onsen sitzen!
00:38:02: Aber du bist seitdem Japan noch immer der Fremde, ne?
00:38:04: Du wirst nie in Japaner werden.
00:38:06: Selbst wenn du perfekt Japanisch sprichst, wenn du alles Perfekten machst... ...du bist immer erkennbar keiner von den Japanern und das ist auch manchmal schmerzhaft.
00:38:14: also... Das ist schon... Und da wusste ich, dass will ich mir gar nicht antun.
00:38:20: Ich hatte damals keine Kinder, aber ich habe mir überlegt wenn du Kinder hast möchtest du das ein Kind in dieser total fremden Kultur aufwächst da in die Schule geht.
00:38:30: So dass du das kind am Ende gar nicht mehr verstehst weil du das nicht verstehst wie die da konditioniert werden in diesem Erziehungssystem.
00:38:36: Das war auch so eine Frage.
00:38:37: und dann habe ich gesagt naja ich orientiere mich jetzt doch wieder lieber zurück nach obwohl ich ja geliebt habe immer noch liebe.
00:38:43: Wie orientiere ich mich auch wieder zurück?
00:38:45: Und dann kam eben der vollen erwähnte Peter Reim spießt.
00:38:49: Ich habe in Japan jemanden kennengelernt, der hat eben in einem japanischen Unternehmen gearbeitet.
00:38:53: Das war ein Absolventer Burg und er hatte dann Praktikum gemacht.
00:38:57: Dann hat er gesagt doch komm noch mal bei uns vorbei zur Jahresausstellung an die Burg.
00:39:01: Und ich war zufällig sowieso zu der Zeit in Deutschland weil ich ein paar Vorträge hatte.
00:39:05: Und dann habe ich gedacht okay dann gehe ich mal in die Burg und hab damit... Weil die Modenschau hat mich interessiert da war die noch drüben.
00:39:09: im Werkstattbau bin dann hier gereist Geochtottenbier.
00:39:14: Wann sind wir hier?
00:39:15: Also was ist das für eine Zeit, du... Das
00:39:16: war so, das war die... ...das war im Jahr zwei Tausend Drei, genau.
00:39:19: Zwei Tausends Drei war ich dann hier.
00:39:21: Geoch-Tottenbeer hieß der, der ist jetzt mittlerweile in Taiwan gelandet und da, äh, Design in einem großen Designbüro.
00:39:28: Und dann habe ich hier Peter Reimspieß getroffen und Peter Reimspieß hat mir erzählt Mensch, was machst Du denn?
00:39:33: Das ist ja total spannend!
00:39:34: Hab mich damit eben bestimmt fünfzehn Jahre nicht mehr gesehen gehabt.
00:39:38: Und dann hat er gesagt, Mensch wir schreiben gerade der Professor aus für Industrie Design.
00:39:43: Ihr willst ihn nicht bewerben?
00:39:46: Ich habe mir ja lange überlegt was ich mache, ob ich aus Japan weg gehe oder nicht.
00:39:50: und dann habe ich mir gedacht... Also wenn ich wieder irgendwo hin will, dann werde ich in den neuen Bundesländern.
00:39:55: Weil wie man hört, ich bin ja ein Wessing.
00:39:58: Ich hatte keine Verwandten in der DDR und an mir ging diese Wiedervereinigung auch ein bisschen vorüber.
00:40:04: deswegen.
00:40:05: Und ich weiß aber die nochmal am eigenen Leib erfahren weil das für mich die wichtigste geschichtliche Erfahrung, die ich in meinem Leben gemacht habe.
00:40:11: Das war für mich irgendwie unvorstellbar dass jemals dieser eiserne Vorhang aufgeht in meiner Lebzeit.
00:40:16: Hätte ich nicht gedacht nachdem er aufeinander schießt Karaketen aufeinander richtet und plötzlich von einem Tag auf dem anderen geht diese Mauer auf.
00:40:22: Also das war für mich irgendwie total unvorstellbar, aber er war total schön und hat mich total gefreut.
00:40:30: Aber ging dann ein bisschen an mir vorüber und wollte aber diese Erfahrung nochmal machen.
00:40:33: Ich habe gedacht okay wenn ich eine Stelle hier kriege... Und die Burg hatte ja sowieso für uns auch immer... Das waren die Kunsthochschule jenseits als eiseren Vorhangs, die für uns den besten Ruf hatte.
00:40:43: Die Burg war immer schon bekannt auch für unsere Besten.
00:40:47: Das wäre eine tolle Herausforderung, habe mich dann beworben und hat geklappt.
00:40:51: Ich stehe im Supermarkt in Tokio an der Kasse irgendwie, hab mir gerade meine Sushi eingepackt und da rufen mich Axel Müllerche an und sagt hier spricht der Dekan von der Burg Gibichendei du könntest bei uns anfangen.
00:41:05: Du bist berufend zum Professor für Industriedesign Und das hat man dann die Entscheidung auch ein
00:41:11: bisschen leichter gemacht.
00:41:12: Das war wahrscheinlich im Februar und dann hieß es immer, Pröger kannst du anfangen?
00:41:15: Und dann ging das genau wieder von vorne los in die andere Richtung.
00:41:19: Es
00:41:19: war ungefähr so, ich muss mich ja eine Zeit lang auch selber vertreten.
00:41:21: Ich bin dann mal zwei Wochen zwischen Tokio und Halle hin- und hergeflogen.
00:41:27: Am Anfang habe ich dann hier lehrte zwei Wochen Kompakt gemacht und dann zwei Wochen mit der Tokio weiter gearbeitet.
00:41:31: Das habe ich dann so gemacht, bis ich dann richtig berufen wurde.
00:41:34: Bis die Verhandlungen abgeschlossen sind, das kennst du auch.
00:41:36: Du musst ja mit den Verhandlingen dann führen.
00:41:38: Bis sie dann abgeschlossen waren, habe ich mich dann als Gastprofessor vertreten und dann halt bis der Ruf ging aber bis seine Verbeihamtung erfolgt ist.
00:41:51: Dann lass uns doch mal ein bisschen über deine Lehrtätigkeit sprechen was?
00:41:53: Ja!
00:41:56: Du hast
00:41:56: eine Professor für Systemdesign im Industriedesign.
00:42:03: Was ist dir denn in dieser Lehre wichtig gewesen?
00:42:09: Wo hattest du das Gefühl, kannst du gut vermitteln?
00:42:11: und vor allen Dingen welche Kniffe hast du angewendet um es zu tun.
00:42:14: Weil ich sage es immer wieder jetzt haben wir natürlich auch wichtig aus unterschiedlichen Gründen dass es jetzt dieses lange biografische Intro gab weil ich finde sowas hilft immer auch zu verstehen von wo kommt denn jemand um seine Lehrtätigkeit zu gründen oder seine Lehrmethodik zu begründen.
00:42:35: Und
00:42:36: deswegen eben, wie hast du denn eigentlich was vermittelt?
00:42:44: Oder sage ich vielleicht jetzt mal so
00:42:46: eine andere Frage,
00:42:47: aber ich frage es jetzt
00:42:48: so... Ja, das ist eine total spannende Frage.
00:42:50: Weil wir werden ja nicht hineingeboren in diesen Beruf und haben ja auch meistens gar keine pädagogische Ausbildung als Lehrerin einer Kunsthochschule sein.
00:42:58: Seltenerweise dennoch eine pädagogische Eignung?
00:43:01: Aber pädagoische Egnung genau!
00:43:04: Mir hat eben das geholfen.
00:43:05: wie gesagt ich bin langsam reingewachsen künstlerischer Mitarbeiter der Gastprofessur dann in Japan zurück nach Deutschland.
00:43:12: Das hat mir schon geholfen.
00:43:13: und was mir immer wichtig war, so ein Systemdesign ist für mich der kleinere Teil meiner Professor.
00:43:17: Der große Teil ist eigentlich Produktgestaltung, eine klassische Produktgestaltung.
00:43:21: Und da hat mir immer auch mein technischer Background geholpen, dass ich eben viele Dinge, die mit technischen Wissen zu tun haben, damit ich sie einfach aus dem FF behasche und eben auch gut vermitteln kann.
00:43:34: Auf der anderen Seite war es mir natürlich klar – das war das, als ich studiert habe Unser Prof hat das Erste, was er gesagt hat.
00:43:41: Wir sind alle Ingenieurjagd.
00:43:43: Ihr vergesst jetzt mal alles, was ihr da gelernt habt um gutes Design machen zu können.
00:43:46: Das war total super!
00:43:47: Also es hat mich total befreit.
00:43:48: auch und das wollte ich natürlich auch nicht dass sich meine Designer hier zu Ingenieuren macht überhaupt nicht sondern nur wenn die Fragen aufgetaucht sind.
00:43:57: Da konnte ich halt helfen oder konnte auch die Brücken bauen Und deswegen hat sich bei mir in der Lehre für dazu drei Schwerpunkte entwickelt.
00:44:04: Eine ist so freie Projekte Ich mache total freien Projekten die einfach experimentell sind.
00:44:09: Das Zweite ist, die Italerie habe ich immer versucht auch schon während des Studiums so ein Fenster in die Wirklichkeit zu eröffnen.
00:44:17: Dass eben die Studierenden schon eine Erfahrung bekommen mit der Welt da draußen also entweder mit Institutionen zusammenzuarbeiten oder auch mit Unternehmen zusammen arbeiten.
00:44:25: Wollen
00:44:25: wir mal Beispiel für Institutioner und Unternehmen?
00:44:27: Zum Beispiel
00:44:27: Institution ins Land Sachsen-Anhalt.
00:44:28: Wir haben damals den Expo zweitausend.
00:44:30: In China haben wir die Landespräsenz im Deutschen Pavillon gespielt mit dem Projekt Auch zusammen mit der Kunst, das wäre aber ganz spannend.
00:44:36: Expo-Zwutausende?
00:44:37: Expo... Nee, Zwei Tausend Fünf in Shanghai in China.
00:44:42: Okay.
00:44:42: Zwei tausend zwei Hannover natürlich.
00:44:44: Zweittausend fünf und da haben wir eben eine Woche lang den deutschen Paarwilliung bespielt.
00:44:48: Da gab es so einen Teil, also da konnten sich die Länder dann auch präsentieren.
00:44:53: Wir haben denn die Länderpräsentation für Sachsen-Anhalt gemacht, Institutionen oder wir haben zum Beispiel für ein Zoo Leipzig gearbeitet.
00:45:03: Wir haben ein schönes Projekt gemacht, wo wir im Prinzip für die Tiere gestaltet haben und zwar Tiere in den Zoo, die hospitalisieren ja da also die werden ja total krank durch das eingesperrt sein und dass sie nicht mehr gefordert werden und deswegen wird ihnen das Essen gereicht damit sie eben unterhalten werden und eben nicht völlig hospitalisierend.
00:45:25: auf der anderen Seite ist der Leipziger Zoo und Forschungs Zoo Sehr bekannter Forschung, so wo eben untersucht wird.
00:45:32: Was Primaten eigentlich können und was die lernen können?
00:45:35: Und wir haben dann für die Objekte entwickelt... Zum einen bespaßt werden, aber auf der anderen Seite aus der Benutzung dieser Objekte herausfinden können welche Fähigkeiten die haben und was sich die zum Beispiel merken können oder was sie auch miteinander kommunizieren und lernen können voneinander.
00:45:50: Das war eines meiner Lieblings, meine spannendsten Projekte, die ich darauf gemacht habe nicht für Menschen zu erwerfen sondern für Tiere zu entwerfen das war so eine totale Studierung waren total begeistert.
00:45:59: wir konnten dann eben mit den primaten Forschern es ist ja weltweit einer der wichtigsten Primatenforschungsinstitute In Leipzig, mit denen konnten wir dann zusammenarbeiten und dieses Projekt machen.
00:46:09: Das war total großartig, total schön!
00:46:12: Und mit Unternehmen, da gab es natürlich auch viele große Unternehmen.
00:46:15: Mein erstes Projekt habe ich noch mitgebracht ein bisschen aus Japan.
00:46:20: also wir haben Matsushta für Matsushta gearbeitet.
00:46:22: das ist eines der größten Elektronikkonzerne in der Welt, National Panasonic diese Marken stehen Mazzusta ist die Mutter und National Panasonic und viele andere Marken gehören zu diesen Unternehmen.
00:46:39: Das Geheimnis der Schönheit versucht zu lüften, also der menschlichen Schönheit.
00:46:43: Es war ein total spannendes Projekt, konnten dafür auch zwei Wochen nach Japan fahren und eine japanische Aktion machen auf der Tokyo Designers Week wo wir als Schönheitsforscher ausgegeben haben und den Leuten Schönheitspillen geschenkt haben und Schönheitsplaster auf die Haut gedrückt haben.
00:46:58: Weil wir herausfinden, weil unsere These war während dieses Projekt.
00:47:01: das menschliche Schönheit wird in Zukunft viel stärker von innerer Schönheit geprägt werden als von äußerlicher Schönheit.
00:47:06: Wir können uns heute mit den neuen Methoden schön machen auf Bildern jederzeit oder wir können Schönheitschirurgie machen und können uns Äußerlich schön machen.
00:47:15: aber es nützt die größte äußere Schönheit nichts, wenn das Lachen in den Augen fehlt.
00:47:19: Das war so unsere These Und wir wollten wissen ob das in Japan genauso sind haben dann Schönheitspillen entwickeln.
00:47:24: das war eigentlich Bundesmatis schön eingepackt und beschriftet, japanisch beschriftete.
00:47:29: Dann haben wir vier Stück entwickelt die innere Schönheit ansprechen und vier die äußere Schönheiten ansprechen.
00:47:34: Und dann über die Wahl welche Leute, welche Pillen die ausgewählt haben.
00:47:39: Die Rot
00:47:39: oder die Blau?
00:47:40: Genau, weil man herausfinden was die Mehrheit ist.
00:47:43: Es war wirklich auch so dass fast siebzig Prozent der inneren Schönheit gewählt haben und nur dreißig Prozent äußeren Schönheitsaspekte gewählt habe.
00:47:51: Von dem Wissen haben wir dann auch schönheitspflegeobjekte entwickelt für dieses Unternehmen, weil das auch ein Teil des Unternehmens war.
00:47:59: Schönheitspflegeprodukte zu entwickeln haben aber ganz neuartige Dinge entwickelt.
00:48:02: zum Beispiel einer der Studierenden hat eine so eine Art Lupe gemacht.
00:48:05: mit dieser Lupe geht man durch den Supermarkt und es wird einem angezeigt wie nachhaltig dieses Produkt ist dass man durch diese Lupe sehen kann.
00:48:13: und dann fragt man sich was er da eigentlich mit Schönheit zu tun.
00:48:16: Aber
00:48:16: ein Konzept eher gewesen?
00:48:18: Genau, aber heute gibt's das als App.
00:48:20: also das ist jetzt nichts außergewöhnlichem.
00:48:22: Man geht heute mit der App durch einen Supermarkt um und kriegt so eine Nachhaltigkeit.
00:48:27: Und dann fragt man sich, was hat er denn jetzt mit menschlicher Schönheit zu tun eigentlich?
00:48:30: So eine Lupe.
00:48:31: Da hat er gesagt ja aber wenn ich ein gutes Gewissen habe also wenn ich gute Konsumentscheidungen getreffend ein gutes gewissen hab das macht mich glücklich und wenn ich glücklicher bin sehe ich auch besser aus und wenn nicht von dem schlechten Gewissen geprägt.
00:48:43: Also da sind so die innere Schönheiten.
00:48:45: deswegen haben wir versucht innere schönheitsfragen anzusprechen mit den Objekten Anstatt von äußeren Schönheiten Und solche Projekte.
00:48:54: Mir ist es immer wichtig, wenn ich mit Projektpartnern aus der Industrie arbeite, dass das eben freie Projekten sind.
00:49:00: Ich nenne das auch immer bei denen gegen die Designforschung was wir machen.
00:49:03: Wir machen keine Auftragsarbeiten und studieren sie nicht verpflichtet irgendwas leisten zu müssen sondern können total frei und experimentär arbeiten.
00:49:11: Ich versuche auch immer die Themen so frei zu formulieren, dass die eben auch diese Freiheit zulassen.
00:49:16: Wichtig ist, dass die schon während des Studiums mit Menschen draußen in der Industrie in Kontakt kommen und merken, dass sie eigentlich auch nur mit Wasser kochen.
00:49:24: Und die auch diesen Respekt verlieren.
00:49:26: Oft kommt es aus dem Studium und dann hast du so einen Haydnere Respekt vor Unternehmen wie Mercedes oder anderen großen Unternehmen und dann bist du beeindruckt und eigentlich erwarten doch die von dir das.
00:49:37: denen auch mal sagst, was Sache ist.
00:49:39: Dass du mit Selbstbewusstsein zu denen gehst und denen auch sagst was ihr vielleicht falsch machen oder anders machen oder besser machen könnt.
00:49:45: Und da brauchst du auch ein bisschen Selbstbewusse sein.
00:49:48: Das habe ich immer versucht den Studierenden zu zeigen das sind eigentlich aus total freundlicher Menschen meistens und total nett und auch offen.
00:49:53: und die wollen genau von dir als Designer dass du kritisch bist und auch so den Arsch in der Hose hast und denen nochmal sagst weil das innerlich also aus dem Inneren des Unternehmens auf gar nicht möglich ist ja weil jeder in diese Strukturen drinsteckt, aber diese Beratung von außen eben diese Möglichkeit eröffnet auch mal Dinge anzusprechen die vielleicht selber spüren oder wissen aber noch nicht verstanden haben.
00:50:15: Aber das frage ich mich dann immer bei diesen Kooperationsprojekten ob sich dieser Wunsch oder dieser Plan wirklich einlöst.
00:50:22: weil ich manchmal das Gefühl habe dass auch über diesen Projektzeitraum ja man die Studierenden arbeiten dann mit ausgewählten Akteuren und Akteurinnen aus den Unternehmen ... die dadurch, dass das aber so freie Projekte sind... ... gehen die nur unter, wenn sie vielleicht noch mal als eine Fasche oder eine Kuriosität wieder mit zurückgebracht in das Unternehmen.
00:50:48: Und dann ist es ein ganz minimaler Impuls gegen eigentlich so eine riesengroße Trottmaschine.
00:50:57: Kannst du sagen, dass auch solche Firmen wirklich einen belastbaren Benefit hat?
00:51:02: Doch!
00:51:03: Es gibt dieses tolle Beispiel von Festool.
00:51:06: Also es werden immer Sachen auch realisiert.
00:51:09: Nicht viele, aber zum Beispiel wir haben jetzt ein Projekt gemacht für Toyota Dixie.
00:51:12: Das ist eines Weltmarktführer mit fast eine Milliarde Umsatz im Jahr ... und die verdienene Geld mit unseren Hinterlassenschaften.
00:51:23: Das ist ja auch, wenn ich jetzt überlege für Designer... Ich habe mich ein bisschen gefragt, wollen wir so was machen?
00:51:28: So ein Thema, das so ein bisschen unesthetisch ist in Anführungszeichen.
00:51:31: Aber es ist total wichtiges Thema!
00:51:33: Ich war so glücklich, mit der Firma zusammenarbeiten zu dürfen weil das halt so ein total... Ein Thema ist es uns jeden Tag, jeden beschäftigt auf dieser Welt.
00:51:40: Und das hab' ich dann genannt stilles Erdchen zur Kultur des Sicherleichterns, Design zur Kultur der Sicherleichterns.
00:51:49: Und es haben dann diesen großen Ansatz gewählt und zwei Projekte sind jetzt davon in der Realisierung.
00:51:53: also das ist total schön eigentlich.
00:51:56: Es ist ja auch schön wenn da nur ein Praktikum zum Beispiel steht oder eine Verbindung für die Zusammenarbeit.
00:52:01: Also ich erwarte auch gar nicht dass dann Dinge gleich umgesetzt werden.
00:52:04: aber an Impact hat es immer gehabt auf die Unternehmen und mir ist auch wichtig welchen Impact hat das auf meine Studierenden?
00:52:13: Wir haben zum Beispiel vor knapp zehn Jahren ein Projekt gemacht, mit einem Automobilzulieferer.
00:52:20: Da sind die alle total auf Gravall gebürstet zu den Automobilindustrie gegangen und haben gedacht euch jetzt gehen wir endlich zu denen hin zu den bösen Verbrechern, die unsere Umwelt und so kaputt machen.
00:52:30: Und wir sind da hingegangen und dann haben sie sich gewundert dass die schon mehr auf Nachhaltigkeit eingestellt waren, zu studieren selber.
00:52:38: Weil die natürlich genau gewusst haben, dass der Verbrennungsmotor nicht die Zukunft sein kann für die Mobilität oder das Auto auch nicht die zukunft der Mobilität ist.
00:52:47: und sie haben jetzt schon selber angefangen sich umzustellen Geschäftsfelder zu suchen.
00:52:53: Was ist denn unser Business in der Zukunft und was ist denn die Mobilität der Zukunft?
00:52:57: Und das war für die total überraschend, dass da plötzlich so eine Offenheit da ist.
00:53:00: muss ich eigentlich... Ja ja und das ist das was ich dann mit diesen Impact, dass das eigentlich keine Feinde sind sondern oft dies genauso wie den gleichen Problemen struggling wie wir halt auch nur, bloß dass die Maschine wieder draußen halt ganz anderen Gesetzen noch unterliegt, die man auch ein bisschen verstehen muss.
00:53:17: also dass eben eine Automobilnostrie Nicht so schnell irgendwie, die können ja nicht so schnell sich umstellen.
00:53:24: Aber sie könnten auch viel schneller wenn Sie wollen.
00:53:26: Also ich würde sie gar nicht in Schutz nehmen.
00:53:29: Die Zuliefer waren schon völlig klar wo die Richtung hingeht.
00:53:38: Ich sage jetzt mal das ist eine Makro-Perspektive auf die Lehre und dennoch ist es oft ganz viel one on One mit den Studierenden.
00:53:52: Welche, sagen wir mal, Key-Learnings hast du nur da so mitgenommen oder... Du hast das vorhin schon gesagt in dem... Du verlässt ja die Hochschule und dann gibt es aber so die Jüngeren.
00:54:11: Kann ich mich mal ganz frech mit dazuzählen?
00:54:14: Welche Tipps oder welche Erfahrungen würdest du denn gerne auch an die nachfolgende Lehrenden Generation weiterleiten?
00:54:22: ist.
00:54:22: Und gar nicht altväterlich klug
00:54:23: gehen, sondern
00:54:24: weil.
00:54:24: du hast dir selber gesagt wir haben das ja nicht gelernt und dieser Podcast ist ja auch dazu da dass man mal darüber redet was läuft gut was läuft schlecht und ab und dass wir ja auch alle mit dem selben Wasser kochen.
00:54:40: Weil es ist natürlich viel schöner als deins aber trotzdem genau dieser Diskurs in dem man immer so drinnen steckt
00:54:46: Nein, finde ich klar.
00:54:47: Aber das gilt ja als gleiche was für die Studierenden gilt.
00:54:50: Also ich wäre total unglücklich wenn die Studieren jetzt plötzlich Dinge machen würden, wenn sie einen Werfen, den ich auch so gemacht hätte.
00:54:55: Ich will überrascht werden und das ist total individuell und ich glaube genauso ist es in der Lehre.
00:55:00: also man kann auch nur des vertreten in der Lerde was man auch selber isst und was man selber erfahren hat Und man kann immer wieder dazu lernen im Kontext der Lehren wir tauschen uns erständig aus.
00:55:08: also ich habe genau so viel von den Studierende mitgenommen die von mir mitgenommen haben.
00:55:13: Und ich glaube, da muss man einfach sich ehrlich gegenüberbleiben und einfach das machen, was man glaubt.
00:55:19: Das kann man!
00:55:21: Die anderen Dinge, die muss man sich halt gucken... Dass man sie halt abguckt irgendwo voneinander oder guckt, dass man das ein bisschen versteht und nachvollziehen kann und sich weiterentwickeln.
00:55:31: Das ist, glaube ich so, das Wichtigste.
00:55:32: Aber so eine grundsätzliche... hat wir gesagt also, ich wäre unglücklich zum Beispiel wenn Studierendes machen würden, was ich machen würde?
00:55:39: Also wenn jetzt lauter Nachfolger von mir, das wäre ich total unglücklich.
00:55:45: Das möchte ich überhaupt nicht haben.
00:55:47: und was natürlich meine Erkenntnis ist dass man zum Beispiel Design also das Talent für Designes kann man nicht vermitteln oder man hat es nicht.
00:55:56: Wir sind geboren als Menschen die sich in einer feindlichen Umwelt zurechtfinden müssen und die Fähigkeit der Kreativität die sichert uns das überleben ja bei manchen Menschen mehr geschult, um anderen weniger aufgrund der Herausforderungen diese vielleicht bewältigen müssen.
00:56:14: Und wir können eigentlich das nur fördern und weiterentwickeln lassen bei unseren Studierenden, dass dieses schöpferische, dieses sich neue Dinge einfallen zu lassen anders zu sein, widerständig zu sein auch das können wir eigentlich nur fördern aber wir können jetzt nicht in Talent ausbilden, das ist gar nicht gering.
00:56:30: Genau,
00:56:31: aber mir geht es um das
00:56:33: wie?
00:56:35: Das weiß ich auch gar nicht so genau, wie das funktioniert.
00:56:37: Also sind wir Vorbilder?
00:56:38: Für mich waren meine Professoren Vorbilder, aber ich fand es immer auch schwierig diesen Vorbild-Charakter erfüllen zu müssen.
00:56:46: Also ich versuche ja auch immer Widersprüche jetzt zuzulassen weil wir Design ist keine Mathematik.
00:56:51: also es gibt keine richtige und keine falsche Lösung sondern nur eine angemessene Lösung für die Fragen.
00:56:56: Und deswegen versuche ich sie auch in meinen Widersprüchen zu verwickeln damit ihr das auch merkt dass Sie ihre eigene Lösung finden müssen die sich als angemessen betrachten oder als die Angemessene Lösungen.
00:57:06: nie richtig Und da versuche ich die einfach hinzubringen und versuche halt immer spannende Aufgaben zu stellen an den Studierenden, die eben vielleicht auch diese Möglichkeit sich da eben zu finden, erstmal im Thema zu finden.
00:57:21: Und dann auch an dem Thema sich auslassen zu können oder eben auch sich persönlich ein lassen zu können auf dieser Thematik.
00:57:30: Das ist so meine Erfahrung das es einfach hilft in der Lehre Ja, und dass man einfach die Studierungen so schnell wie möglich ins Machen bringt.
00:57:39: Das gelingt manchmal mehr, das gelingt mal weniger.
00:57:41: Und dass man zumindest immer die Arbeitsräume voll hat.
00:57:45: Dass die Leute soweit in den Arbeitsräumen sind – das weiß ich aus meiner eigenen Erfahrung -, dass du mehr lernst von deinen Mitkommilitonen als von den Lehrenden selber.
00:57:55: Also dieses Gespräch, dieser Dialog ist so wertvoll!
00:57:59: Und es ist dann auch viel kürzer.
00:58:01: So wartest du immer auf eine Woche.
00:58:03: auf die nächste Konzentration.
00:58:04: Das hat ging uns so, weil ich studiere aber dann hängste in der Woche und damit ihr nicht eine Woche in der Luft hängst muss da selber Entscheidungen treffen und halt dich mit den Kommilitonen austauschen und dann weiß ja auch einigermaßen was safe ist.
00:58:16: Und das ist so das was wir jetzt total wichtig empfunden haben unnatürlich die Werkstätten.
00:58:20: also dass wir hier so toll ausgestattet sind mit großartigen Werkstädten.
00:58:24: Das ist natürlich auch ne große große Hilfe und eigentlich dass wir alle so... Auch so unterschiedlich werden.
00:58:29: trotzdem alle glaube ich einen gemeinsamen Kompass Und das fand ich total... Das finde ich ein Kunstschulner, ein Designschulender.
00:58:35: Ich finde es so beruhigend, dass wir im Endeffekt so ähnlich ticken, so unterschiedlich wie auch sind.
00:58:42: Aber ich glaube, wir haben eine eigene Haltung der Welt gegenüber die uns da hilft ums besser zu verstehen.
00:58:50: und auch die Dinge... die andere tun, wir unterrichten ja auch im Kontext.
00:58:55: Also ich kriege die Studierenden von dir, die kommen aus dem Projekt von dir dann bekommst du welche von mir.
00:59:00: und was haben wir denen beigebracht?
00:59:02: oder wo nehme ich die mit?
00:59:03: Wo nehme ich sie auf?
00:59:04: Was können die schon?
00:59:06: Das wäre sonst viel komplizierter wenn wir nicht so grundsätzlich vielleicht eine gemeinsame Sprache sprechen würden.
00:59:11: Und Du hast ja in der Zeit der Du hier warst ja auch immer künstlerische Mitarbeiter gehabt.
00:59:21: Wie hast Du Also, wie hast du dieses Verhältnis aufgebaut und entwickelt?
00:59:26: Weil... Du warst dir selber auch Künstlerische Mitarbeiter.
00:59:29: Ich kenn's für mich selber auch.
00:59:30: Ich war es ja auch vorher.
00:59:33: Und ich glaube was war das denn noch?
00:59:37: Genau!
00:59:37: Ich habe letztens mit unserer Kollegin Bettina gesprochen.
00:59:42: Mit Tina Göttge-Krogmann.
00:59:43: Und die meinte auch so die... Ich hoffe die war das oder das war jemand anders.
00:59:46: Oh Gott, oh Gott, o Gott.
00:59:48: Was in ihrer so werte Orientierung waren wie sie selber gelernt hat, oder wie sie selbst ihre Lehre strukturiert hat.
00:59:58: Wenn man die sehr auf jeden Fall komplett anders als Sie es selber erfahren hat.
01:00:03: Also das ohne dass der eigene Lehrtätigkeit eigentlich eine aktive Abkehr und Anlass machen ist als die eigene biografische Erfahrung.
01:00:14: Und wie war das aber bei dir in dem Verhältnis nicht nur zu den Studierenden sondern auch zu den künstlerischen Mitarbeitern?
01:00:19: Hast du da viel aus Stuttgart
01:00:21: mitgenommen?
01:00:24: Auf jeden Fall, das war für mich auch eine total interessante Position.
01:00:30: Zwischen Professor und Studierende soll dieses Bindeglied so sein.
01:00:33: Das ist total wichtig.
01:00:36: Es war sehr wichtig für die Studierenden.
01:00:39: Die waren öfter bei mir als beim Prof dann auch.
01:00:41: Unser Prof war zum Teil der für den ich künstlerische Mitarbeiter war.
01:00:45: Er war mein Mensch nicht schwierig.
01:00:47: Nicht weil es in der Mutter raus war.
01:00:48: Und werfach gesagt, er wäre verrückt!
01:00:50: Ja, also im positiven Sinn.
01:00:53: Aber der war natürlich direkt gebeutelt oder so ein Schicksal durch dieses Flüchtlings-Debakel dass er auch menschlich in sich geprägt hat und das kann ich gut nachvollziehen.
01:01:04: Ich konnte mit ihm auch gut aber er war halt manchmal auch in der Kommunikation sehr schwierig und da war es ein bisschen das Bindeglied Und hatte auch nicht so eine Sonderfunktion die jetzt von meinen künstlerischen Mitarbeiter gar nicht erwartet für eher ein ungeglicher Menschen wahrscheinlich bin, als mein Prof.
01:01:22: das war.
01:01:24: Aber diese Verbindung zwischen den Sprachrohr zu den Studierenden hin finde ich total wichtig.
01:01:30: Dass es existiert und eine Kommunikationsfähigkeit da ist zu den Studienhänden.
01:01:37: Und dass das quasi auf einer Ebene ist.
01:01:39: Also ich sehe mich auch nicht auf einer übergeordneten Ebene mit den Studieren, sondern wir beschöpeln alle in der gleichen Suppe haben.
01:01:49: Wasserstände erreicht, aber sind eigentlich alle immer noch im gleichen Kontext unterwegs.
01:01:54: Und deswegen ist so Hierarchie zum Beispiel für mich überhaupt kein Thema.
01:01:57: Also dass ich eine hierarchische Struktur bräuchte weil du hast entweder Autorität aufgrund deiner ... Passersuppe oder was mitbringst, weil du irgendwas erzählen kannst und dann nützt auch die beste Hierarchier auch nichts.
01:02:09: Aber woheraich
01:02:09: hier?
01:02:09: Du war Respektor!
01:02:13: Acht Jahre lang von wegen Kenihirashi... Ist ja auch verrückt.
01:02:20: Wie wird man denn rektor?
01:02:23: Das ist wirklich verrückt, also ich bin ja zu der Position hergekommen wie ein bisschen mit die Jungfrau zum Kind.
01:02:27: Ich weiß nicht ob man das überhaupt noch politisch korrekt sagen darf.
01:02:32: Es kann
01:02:33: man länger überlegen,
01:02:36: aber du
01:02:37: bist einfach sehr unverhofft.
01:02:38: Ja, ich war nie ein Ziel von mir überhaupt.
01:02:42: Ich war ja nicht sei lang auch pro Dekan, aber ich bin kein Mensch der eigentlich für solche Dinge gemacht ist.
01:02:50: aus meinem Verständnis und das war auch nie... Ziel von mir überhaupt die Leitung der Hochschule zu übernehmen, weil ich viel zu gern leere.
01:03:00: Ich bin hierhergekommen, da war ich Professor nichts, aber weil ich lernen wollte und Design vermitteln wollte.
01:03:07: Weil ich mit jungen Menschen zusammen Dinge unternehmen möchte.
01:03:13: Und Rektor war für mich irgendwie total absurden, Rektore zu werden.
01:03:18: Ich kann jetzt die Geschichte erzählen wie ich dazugekomme... Das
01:03:20: würde nicht mal interessieren!
01:03:22: Wenn du bei Wikipedia wirst du es nie reinschreiben?
01:03:26: Ja
01:03:26: also das war eigentlich eine ganz... Ich weiß auch nicht ob das so öffentlicher Zählen soll.
01:03:34: Geschichte als damals Direktor war, das war die Nachfolge von Axel Müller-Schöll stattfand und wir saßen so im Senat zusammen.
01:03:43: Okay
01:03:43: jetzt musst du wirklich überlegen ob es
01:03:45: sein darf?
01:03:45: Ja genau, das ist wirklich ein Problem habe ich das sagen kann.
01:03:48: aber auf jeden Fall war es halt so dass ich dann von dem Kollegen vorgeschlagen wurde als Alternative und ich gedacht habe ich fall vom Stuhl und es lag daran weil Na ja, das ist jetzt intern.
01:04:03: Das würde ich gar nicht öffentlich machen.
01:04:05: Wahrscheinlich steht es auch in der Protokollerin und könnte es wahrscheinlich sogar sagen aber ist auch gar nicht notwendig.
01:04:10: Auf jeden Fall habe ich mir dann auch zwei Wochen schlaflose Nächte...
01:04:15: Hä?
01:04:16: Aber wenn man vorgeschlagen wird da kann man doch mal sagen...
01:04:18: Kann man nein sagen!
01:04:19: Ich wollte auch Nein sagen und dann hab' ich aber... Also das war auch eine Situation in der ich das Gefühl hatte die Hochschule entwickelt sich in Richtung wo das eigentlich mehr davon weggeht, dass es meine Hochschule ist.
01:04:32: Also da gab's Prozesse in der Hochschulle die mir sehr unangenehm waren also dir aber auf dieser Ebene der Hoch-Schul Verwaltung stattfanden und deswegen habe ich mir, hab' ich über gedacht willst du das jetzt?
01:04:45: Also es ist ja auch eine Chance oder eine Herausforderung.
01:04:48: Wirdst du das an dir, würdest du das hinnehmen?
01:04:50: oder willst du vielleicht aktiv wirklich diesen sauren Appel beißen und dieses Amt übernehmen und vielleicht mal die Hochschulenleitung eine Zeit machen, wo ich mir total im Klaren war.
01:05:01: Dass ich total amatör bin und dass ich dafür nicht geboren bin oder gemacht bin.
01:05:05: Mir ist es schon unangenehm vor größeren Menschenmengen zu sprechen.
01:05:07: Das ist mir ein Kräulich.
01:05:09: Ich habe das jetzt gelernt weil ich meistens über mich spreche.
01:05:11: Da kann ich das ganz gut.
01:05:12: aber wenn ich noch mal für einen Namen in einer Hochschule sprechen muss, da tue ich mich total schwer.
01:05:18: Und das war für mich schon eine Herausforderung ja und das musste ja dauern als Rektor.
01:05:23: kam noch das Jubiläum der Hochschule dazu, Hundertjahreburg.
01:05:27: Das ist auf mich zugerollt.
01:05:30: Es gab einen riesigen Wechsel in der Lehrendenschaft.
01:05:33: also innerhalb von fünf Jahren sind fünfzig Prozent der Lehrenten die eine Hochschulwahl in den Ruhestand gegangen und müssen neu besetzt werden.
01:05:42: Und es waren schon Dinge wo ich auch ein bisschen Bammel davon hatte, solche Dinge anzumachen.
01:05:47: Dass wir mal kurz festhalten... ... einen demografischen Wandel innerhalb der Hochschule gehabt.
01:05:55: Das... ...fünfzig Prozent, der... ...der lehrenden Schaft oder Professor oder Professor durchgewächst, durchroutiert.
01:06:05: also die gehen in den Alters, wie sagt man Altersabschied oder sowas und das werden neue Leute berufen Verrückte Welt, oder?
01:06:14: Ja das
01:06:15: war eine neue Hochschule nach fünf Jahren.
01:06:17: Die Hälfte in einer halben neuen Hochschulle gehabt, weil die Hochschüle ja von den Leuten lebt, also die Lehren her an der Lehre zumindest und es war schon eine extreme Herausforderung, wo ich mir gedacht habe, da möchte ich das aber das war natürlich auch eine riesen Chance Und habe dann überlegt, wollte eigentlich Nein sagen und hab dann aber gedacht, wenn dich jemand fragt so eine Verantwortung zu übernehmen und dir das zutraut.
01:06:42: Dann kannst du auch nicht einfach Nein sagen.
01:06:44: Ich hab gedacht okay ich stelle mich und da gibt es ja dieses berühmte Vorstellungsgespräch die Bewerberinnen auf diese Stelle, die halten vor dem Senaten Vortrag in ihrem Programm was sie tun wollen.
01:06:59: Genau wie ein Berufungsvortrag.
01:07:01: Ich habe ja keinen Druck.
01:07:02: Ich muss es nicht werden, ich will's nicht werden eigentlich.
01:07:05: Ich stelle mich dahin und erzähle offen und ehrlich was ich will und versuche ein bisschen zu entwerfen worum es geht Und bin dann gewählt worden.
01:07:16: Aber da gab es noch eine Gegenrede sozusagen?
01:07:17: Ja der
01:07:19: andere Person die sie auch um diese Stelle beworben hat Das war dann auch sehr knapp.
01:07:27: Aber ich bin da gewählt worden und habe gedacht, wenn die Hochschule das will mich als Rektor zu haben, dann mache ich das auch.
01:07:33: Und es war für mich auch so, wenn ich irgendwas macht, dann mach' ich's auch mit vor der Hingabe.
01:07:37: Also egal ob ich das kann oder nicht, aber ich versuche halt einfach mit Vor-der-Hin-Gabe, die gehts um machen, damit ich mir am Ende nicht vorwerfen muss.
01:07:43: Ich hab nicht alles gegeben.
01:07:44: Nicht alles gegeben!
01:07:46: Und das war natürlich schon eine Zeit.
01:07:47: also hundert Jahre Burg feiern, Corona... Wir haben ja Corona durchgemacht damals.
01:07:54: die ganzen Berufungen.
01:07:55: Mir würde immer noch so bis hin vor, wo es voll die lege der Senatssitzung hinvorgeworfen.
01:08:01: aber ich meine du musst mal überlegen wir hatten Senats-Sitzungen digital wo wir drei berufungs oder vier Berufungsvorgänge in einer Senats Sitzung haben.
01:08:10: also ich habe zu den Rackort glaube ich bei zehn Uhr mal eine Senats sitzung aber das war gar nicht anders zu machen ohne dass man nochmal andere Senatsssitzungen hätten machen müssen.
01:08:19: Und da bin ich schon auch stolz darauf, was man eigentlich schafft.
01:08:21: Abhi und Corona bewältigt haben in der Rektorratszeit und B wie wir diesen Wechsel, also diese halben Austausch der Hochschule hingekriegt haben.
01:08:30: Ich glaube, wir haben nicht viele Fehler gemacht in der Berufungspolitik.
01:08:35: Das macht man aber nicht alleine sondern das macht man natürlich mit den Kollegen, die Berufungskommissionen.
01:08:39: Aber man ist doch schon in gewisser Weise verantwortlich und geht an viele Gesichter an deinem Schreibtisch und werden von dir berufen – das ist schon toll!
01:08:48: Und dann kam noch der Wettbewerb, den wir gemacht haben für den Neubau-Kunst.
01:08:54: Wir haben damals diesen Wettberwerb gemacht, auch internationaler Wettbetwerb mit Teilnehmern aus ganz Europa in dem Riessegen hat Vierhunderttausend Euro gekostet und der Wettebewerber alleine.
01:09:07: und die Durchführung von dem Webber.
01:09:08: Das muss ja alles total rechtssicher, also wie komplex ein Webber ist kann man sich gar nicht vorstellen um den überhaupt rechtssich durchführen zu können, dass der nicht am Ende jemanden, der irgendwie nicht nominiert wird das er dann das nicht anfichtet.
01:09:22: Es ist unglaublich, wie kompliziert es ist aber das haben wir auch gut bewältigt und das war dann auch glaube ich so.
01:09:27: noch mehr der Startschuss.
01:09:28: Wir arbeiten nicht aus den zwanzig Jahre an dem Neubau aber es gab dann außerdem Außer der Grundsteinlegung gab es eigentlich keine weiteren Aktivitäten und ich glaube diese Wettbewerber dann eben dazu geführt, dass man einfach nicht mehr zurück kann.
01:09:41: Wir hatten so viel Geld investiert auch, dass das Land nicht mehr sagen kann okay wir gehen zurück.
01:09:49: Eigentlich hätten wir jetzt fertig sein müssen sollen also wie es geplant war.
01:09:52: zu meinem Ausscheiden aber glaube ich, in den nächsten Monaten wurde der erste Sparrenstich gemacht.
01:10:00: Was er auch sieht wie stark solche Prozesse dann auch wie lange Zeit die da noch dauern.
01:10:05: Das ist schon eine Herausforderung.
01:10:06: aber ja also ich bin schon ganz zufrieden mit dem was wir in unserer Amtszeit geschafft haben und unsere politische Haltung.
01:10:15: Wir haben damals viele Laufel immer noch mit dem goldenen Button rum.
01:10:18: Also das war diese Aktion der vielen wo sich die zusammengeschlossen haben gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung wo wir dann auch in Sachsen-Anhalt viel dafür waren für diese Aktivität.
01:10:32: Und da war es schon vieles zu tun gewesen, aber ich habe extrem viel gelernt in dieser Zeit für mich und das war total wertvoll.
01:10:39: Was hast du denn
01:10:39: für dich gelernt?
01:10:40: Ja einfach auch nicht zurückzunehmen
01:10:42: z.B.,
01:10:42: also nicht zurück zu nehmen sondern auch zum Beispiel in die Darlage an das niemals so persönlich zu nehmen, sondern die irgendwie ja... Das sind halt systembedingt!
01:10:56: Und dann aber auch wie viele tolle Kontakte, mit welchen Menschen du plötzlich Kontakt bekommst über diese Position.
01:11:04: Das hat mir total Spaß gemacht.
01:11:05: Was sind das denn
01:11:06: für Leute?
01:11:07: Zum Beispiel die ganzen anderen Rektoren von anderen Kunsthochschulen.
01:11:09: Das macht total Spaß, mit denen so eine Sitzung zu machen zwei Tage lang und da ist eine
01:11:13: Hoch-Kunsthoch-Schulen-Rektoren-Konferenz.
01:11:17: Da war ja noch die Landesrektorin.
01:11:18: Konferenz oder Hochschurektorenkonferenzen, die sehr spannend waren bei den Kollegen aus anderen Hochschulen können.
01:11:25: Finde ich total spannend.
01:11:26: Du wirst halt auch überall eingeladen, du kannst auch hier in der Region was bewegen als Leiter von so einer Institution.
01:11:34: Das ist dann die Leiter aller anderen Institutionen kennen auf einer ganz anderen Basis oder Ebene.
01:11:40: Das hat mir schon total Spaß gemacht und habe mich auch so persönlich angebracht.
01:11:44: Wie wird die Hochschule in der Hochschulleinschaft wahrgenommen?
01:11:50: Also mit großem Respekt!
01:11:54: Die Kollegen von mir, die Erektorenkollegen, die wir mit den Kinderdesign studieren wollten haben sie immer an zu uns geschickt.
01:12:01: Also das...die Burg hat wirklich auch in der Hochschuhe-Rektoren Kunsthochschuherektorenkonferenz nicht einen extremen Stellenwert.
01:12:08: Wir haben auch hier mal eine Konferenz gemacht zum hundertjährigen Jubiläum und haben natürlich einmal gezeigt was man können.
01:12:14: Das war schon beeindruckend glaube ich.
01:12:16: Aber jeder hält natürlich seine Hochschule für die beste!
01:12:18: Das ist ja auch systembedient.
01:12:20: also aber wir haben großen Respekt genossen In der Hochschullandschaft.
01:12:25: Es gibt natürlich diese klassischen Kunsthochschulen, die mit Design überhaupt nichts anfangen können.
01:12:29: Die sagen naja wir sind eigentlich keine Kunsthochschule weil bei uns das Design so wichtig ist und Design ist ja keine Kunst sondern es ist ja angewandt und so.
01:12:36: Das gab's auch.
01:12:38: aber prinzipiell alle Hochschulen die auch Design haben in ihren eigenen Campus da glaube ich habe mir schon eine große Anerkennung oder Wertschätzung.
01:12:51: Und dann war das doch aber so dass dass ihr nicht nur eine Amtszeit war, sondern tatsächlich zwei.
01:13:01: Was hat dich bewogen das dann nochmal zu machen?
01:13:04: Wenn du sagst ja du bist eigentlich eingetreten um in der Lehre zu sein, die haben dir das zugetraut für Jahre.
01:13:10: Mach ich das jetzt mal ist okay Leute.
01:13:12: und dann gehe ich wieder zurück zu meinen Studis.
01:13:15: und aber nee, dir da macht es so.
01:13:19: Das habe ich auch die Entscheidung der Hochschule überlassen es überhaupt keinen Gegenkandidaten gab damals.
01:13:26: Da habe ich gedacht, die Hochschule ist mit mir zufrieden.
01:13:28: Also die Wilde ist das, dass ich weitermache und hab dann einfach weitergemacht.
01:13:35: also ich habe nicht drum kämpfen müssen.
01:13:36: Ich hätte auch nicht darum gekämpft sondern ich hätte einfach total locker loslassen können ohne dass ich mich... aber es war auch schön weil es war halt auch so mitten in den Prozessen die ich gar noch zu Ende geführt habe dann auch in der zweiten Amtszeit Das war natürlich schon noch meine große ... War toll einfach.
01:13:54: und auch dieses Vertrauen, das du dann spürst.
01:13:56: Dass du eben nicht abgewählt wirst oder dass dich die Leute nochmal haben wollen.
01:14:00: Das fand ich, das war für mich total bewegend auch.
01:14:03: Das hat mir total geholfen auch.
01:14:06: Obwohl ich das nie wollte und weil ich auch nie sagen von mir würde, ich habe das gut oder schlecht gemacht, sondern ich kann es gar nicht einschätzen, das muss man anderen überlassen.
01:14:16: glücklich, dass mir die Hochschule das noch mal vier Jahre zugetragen
01:14:20: hat.
01:14:21: Wenn ich jetzt einfach mal rechne?
01:14:22: Du bist von zwei tausend drei angekommen und du warst bis zu zweitausend viertzehn prof.
01:14:30: Dann haben wir nochmal bis ... wenn sieben zwanzig zweiundzwanzig... Das kann ja jetzt schlicht rechnen!
01:14:39: Acht Jahre und zwölf Jahre also würde man da hast sozusagen
01:14:43: ein
01:14:44: bisschen... dann Forschungsfreisimester und jetzt ist es jetzt Aber du hast schon einen großen Teil deiner Tätigkeit hier dann doch nicht in der Lehre verbracht.
01:14:54: Ja, also die dreiundzwanzig Jahre bin ich dann hier und habe dann davon acht Jahre im Rektorat verbracht, dazu ein Drittel kann man sagen hab' ich dann in der Hochschulverweisung verbracht.
01:15:04: klar Also mir hat es total gefehlt.
01:15:07: Ich arbeite mit Leidenschaften, mit den Studierenden zusammen und bin auch mit Leitenschaft-Designer.
01:15:14: Und ich bin kein Verwaltungsmensch.
01:15:16: Wie gesagt, ich tue mich schwer, mich vorhin zu stellen für die gesamte Institution zu sprechen.
01:15:21: Ich muss mir das immer aufschreiben und dass wir in mich gehen, ob es wirklich angemessen ist oder ob es nicht jetzt so persönlich ist, sondern wirklich für die ganze Hochschule.
01:15:32: spricht.
01:15:32: Und ich habe mir auch mal die Reden, da hab' ich alle selber geschrieben und das ist wahnsinnig auch von dem man diese ganzen Reden betreiben zu müssen und dir dann auch halten zu müssen.
01:15:41: aber ja, das habe ich vielleicht dadurch auch gelernt.
01:15:43: also diese Distanz zur Entwicklung dabei.
01:15:47: Das ist auch ein totaler Designprozess eine Hochschule zu leiten.
01:15:51: Also es ist genauso Design du gestaltest halt ne Hochschulverwaltung oder ne HochSchul... Du gestaltes Hochschulprozessien, das ist genau so für mich... Ich habe das gemerkt dass es genauso Gestaltung von Prozessengestaltung, von Interaktionen auch gestalten.
01:16:05: Von dem Jahrbuch zum Beispiel und solche Dinge.
01:16:07: also das sind eigentlich auch Gestaltungsprozesse.
01:16:09: deswegen fies mir dann am Ende vielleicht sogar leicht das zu machen weil ich eben nicht als Verwaltungsmensch gedacht habe oder als Hochschulleitungsmanager sondern ich hab jetzt Gestalter vielleicht gedacht um die Hochschule als Gestalter geleitet.
01:16:21: Hast
01:16:22: du aber mal zwischendurch oder vielleicht sogar zu Beginn so Schiss vor der Verantwortung?
01:16:32: Wie gesagt, ich habe zwei Wochen lang echt nicht geschlafen, weil ich überhaupt die Entscheidung zu treffen.
01:16:40: Ich bin total mit Freude da reingegangen.
01:16:42: aber als ich dann nach acht Jahren gesagt habe, ich mache nicht mehr weiter also du merkst auch welche Verantwortung von deinen Schultern fällt ja?
01:16:49: Also du fühlst dich plötzlich total leicht und befreit vor diese Verantwortung irgendwie für so viele Menschen sprechen zu müssen oder für so viel der menschliche Verantwortung zu haben.
01:16:58: Das, das ist schon auch... Das belastet dich auch.
01:17:04: Und das spürste vielleicht in dem Moment nicht so sehr.
01:17:07: aber wenn es dann abfällt, dann merkst du auch wie stark dich das erinnert.
01:17:10: Was wird
01:17:10: man da drin besser?
01:17:12: Wird man da im Verlauf oder... Mit was?
01:17:13: Na ja mit diesem Anerkennen der Verantwortung also dass das so eine Normalität ist oder die... Also ne ich meine fuck und dann hast du plötzlich diese Covid-Pandemie damit drinnen.
01:17:24: Also das letztens wieder hier gesessen und gedacht Also, wo den merk ich... Ich hab immer in so Schritten check' ich erst was das eigentlich war und wie ich das auch fast an vielen Stellen noch gar nicht richtig verarbeitet habe.
01:17:41: Weil es mich so... also ich denke über diese Pandemie nach und merke wie mir so jetzt nicht schlimm aber die so die Tränen in die Augen kommen, ich merke so Wahnsinn!
01:17:50: Was für ein Trauma!
01:17:51: Was for einen Wahnsinn dass alles war?
01:17:54: Und das ist ja hier ... diese Container bauten und da hatten wir ja noch ganz großes Glück gegenüber der anderen
01:18:03: Schule.
01:18:04: Klaus, Michl war dann Treibner.
01:18:06: Klaus und wir wieder.
01:18:09: Da muss ich auch die Frau Barsch loben, unsere damalige Kanzlerin.
01:18:12: Die hat er wirklich dafür gekämpft dass wir diese ganzen Freiheiten auch hatten, die wir da auch nutzen konnten.
01:18:17: Andere in Bayern zum Beispiel war das für dich unmöglich.
01:18:20: Und wir konnten zumindest langsam anfangen.
01:18:22: also ich glaube wir waren eine der Hochschulen der besten mit dieser Corona.
01:18:27: Wir sind durch diese Zeit gekommen und es war auch eine Leistung der Gesamthochschule.
01:18:32: Auch alle Studierenden, die da beigetragen haben, dass wir eben nicht in so einer Falle rennen, sondern dass sie wirklich sich an alle Regeln gehalten haben, die wir vorgegeben haben weil sie wussten wenn da irgendwas passiert dann müssen Sie wieder zu Hause am Küchen-Tisch irgendwie entwerfen.
01:18:45: und ich war da teilweise stolz auf diese Hochschule.
01:18:48: das war unglaublich schön.
01:18:51: Das mit der Angst oder dem Respekt.
01:18:53: Also ich bin eigentlich ein grundoptimistischer Mensch, ja?
01:18:56: Ich denke mal irgendwie am Ende geht doch alles gut.
01:19:03: und was gut ist am Ende das weiß ja auch keiner.
01:19:05: Was ist denn es gut am Ende?
01:19:07: also insofern bin ich da so... Ich neigt da gar nicht zum Pessimismus oder zum Zweifeln zu sehr weil das dann Das behindert einen eigentlich nur bei Dingen zu tun.
01:19:19: Ich denke auch gar nicht so viel darüber nach manchmal und mache einfach mal Dinge, ohne dass ich jetzt... das ist eher so intuitiv und spontan wie ich mein Leben empfehle.
01:19:29: Also meine ganzes Leben, wie ich das geschirrte, es waren oft Zufälle oder Glücksfälle.
01:19:35: Ich habe nichts geplant in meinem Leben und kann eben nur empfehlen der in so einem Amt geht Also keine große Pläne machen, sondern es wird sowieso alles ganz anders als ... Das
01:19:43: ist ein super Tipp.
01:19:45: Als man sich das vorher ausgedacht hat.
01:19:48: Corona kann kein Mensch vorher sehen.
01:19:50: Viele Dinge die dann plötzlich begegnen, kannst du gar nicht vorher planen oder kannst du nicht vorher irgendwie voraus berechnen und... Ich glaube, so Flexibilität und spontan auf Herausforderungen reagieren zu können ist eine wichtige Grundvoraussetzung.
01:20:06: Und ein gutes Team um dich herumzuhaben als sicher zur tolle Leute-Umicherung in der Zeit.
01:20:10: Also ohne die hätte ich das auch nie geschafft, Herr Frosch, Judith mit ihrer Erfahrung...
01:20:14: Frau Schenklohn?
01:20:15: Frau Schenkel und Judith Schenklohn mit ihrer Erfahrungen.
01:20:17: Auch Katja Lehmann, die ich dann aus dem Bauhaus hierher lozu konnte Und Sabine und die ganzen Namen gar nicht erwähnen.
01:20:24: Auch die Decanade, also alle die du um dich hast... Die Verwaltung, ja?
01:20:28: Also großartige Menschen, die wir hier haben!
01:20:31: Und ohne das würde ich es gar nicht gehen.
01:20:32: Wenn du da eine Feindschaft hättest innerhalb dieser Konstellation dann würdest du wahrscheinlich scheitern, brutal scheitert.
01:20:39: aber dadurch dass alles so gut mitgemacht für die Hochschule auch einstehen ist mir das auch leicht gefallen.
01:20:45: Das ist, glaube ich, das Wichtigste.
01:20:47: Wie ist
01:20:48: es dir dann ergangen wieder in die Lehre zurückzugehen?
01:20:50: Ach!
01:20:51: Ihr habt's ja vorhin schon erzählt.
01:20:52: also wir sind stein auch von den Schultern gefallen und ich habe mich total gefreut mit der Lehre zu gehen weil das ist eigentlich das warum ich hier bin und genießt es auch jetzt nochmal die vier Jahre Lehre machen zu dürfen.
01:21:02: Ja aber hat ihr das... Also Aber mit dem Rektorat sind dann sehr viele Pflichten, also sind auch Privilegien mit verbunden.
01:21:14: Oder sagen wir mal das ist jetzt nicht so eine große Büro und da ist ein Verlapsch wieder und der eher scheiß drauf.
01:21:19: Aber trotzdem hast du ja noch nicht auf Verlapst aber es gibt einen solchen Wohlgeist.
01:21:28: Das war schon ganz gut im Rektoret.
01:21:30: Also was ich total vermisst habe, ist wie Frau Lab, die mir einfach mal liegorganisiert hat.
01:21:35: Das muss ich jetzt wieder selber machen!
01:21:36: Ich konnte es vorher ja schon auch ganz gut, aber man gewöhnt sich da dran, dass jemand für einen voll denkt und mitdenkt und dir irgendwie morgens die Post hinlegt und so... Aber das gibt natürlich Privilegien, aber ich bin auch jemand der gar nicht so viel Wert auf solche Dinge legt.
01:21:52: Also das ist vielleicht, was ich von mir sagen kann, ich bin total uneidl.
01:21:56: also auch wenn's vielleicht nach außen hin anders wirkt Ich bin total uneitel und auch so dieses Hierarchien.
01:22:10: Ich habe mich ja euch gegenüber nie verhalten wie der große Boss oder der große Rektor, glaube ich.
01:22:14: So will kann ich sagen sein Kooperative, Pflege ist ein Kooperativ.
01:22:20: Wenn ich überhaupt einen Führungsstil habe ja dann eher einen Kooperativen auf Augenhöhe und so hab' ich glaube jeden den ich im Rektor da doch begegnet bin auch behandelt oder versucht zu behandeln, so gut man das einfach auch kann.
01:22:34: Und deswegen war diese Privilegien die ich hab... Also ich hab da nichts vermisst eigentlich, weil ich gestalt mein Leben jetzt auch wieder weiter selber Und schaff mir mal, mach mein Leben so wie es ich führe dich halt und das genieße ich genauso.
01:22:50: Ebenso bist du ja auch sehr fremdbestimmt muss man sagen über dieses Amt ne?
01:22:54: Also früher war eben... Früher war eben der... Im Rektorat hat mich eben die Hochschule fremden bestimmen.
01:23:00: jetzt habe ich einen kleinen Sohn jetzt für Jahre alt geworden ist.
01:23:03: Jetzt bin ich seitdem von dem fremde bestimmt ein bisschen aber das ist viel angenehmer muss ich sagen.
01:23:08: diese fremdie Bestimmung
01:23:09: Okay!
01:23:10: Und hast Du dir dann so für die Es klingt so blöd, aber für die letzten Jahre noch mal in die Lehre zurück.
01:23:21: So eine Agenda gesetzt.
01:23:22: Das will ich noch machen und das war mir wichtig da nicht jetzt nochmal endlich nach acht Jahren Rektorat noch einmal vier Jahre Lehre machen kann.
01:23:31: Gar nicht!
01:23:31: Weil ich wollte einfach wieder zurück in die Lehrerin ganz normal weitermachen also... Ich habe meine natürlich schöne Projekte noch wieder gesucht.
01:23:36: Also als ich ins Rektorian bin hatte ich so ein schönes Projekt auf dem Schreibtisch liegen und hab gedacht, oh das kann ich gar nicht machen.
01:23:42: Jetzt brauche ich für acht Jahr für vier Jahre erst mal.
01:23:45: Vertretungs- oder Gastprofessionen, die mich vertreten.
01:23:47: Was ja auch eine Herausforderung ist, weil jedes Semester hier war auch jeder Semester jemand neu.
01:23:50: Aber das
01:23:51: hatte aber der Ja, dass wir ein bisschen stressig sind?
01:23:52: Das war gleichzeitig eine Chance für
01:23:55: die Hochschule.
01:23:56: Genau!
01:23:57: Das ist eine tolle Möglichkeit für die Hochschule, verschiedene Blickwinkel auf Design zu sehen und deswegen so habe ich es auch... So war das für mich auch gedacht.
01:24:04: Deswegen habe ich auch immer versucht, möglichst neue Menschen wieder an die HochSchule zu bringen.
01:24:08: Aber es ist immer nicht so einfach, die Leute dann zu finden wenn du sie brauchst, dass ihr dann auch Zeit haben.
01:24:12: Du kennst das selber ja.
01:24:15: Aber jetzt bin ich ein bisschen vergessen, was die Frage war.
01:24:18: Was du dir vorgenommen hattest?
01:24:19: Also,
01:24:21: einfach weitermachen wie bisher.
01:24:22: Ich habe das einfach genossen und hatte auch das Glück, dass ich danach nochmal... Man hat ja dann, wenn man im Rektorat acht Jahre über haben machte Chancen mal zusätzliche Forschungsfreissemester machen weil ich gar keine Chance überhaupt eins zu machen.
01:24:34: Mein erstes Forschungs- freisemester ist im wahrsten Sinne ... Das wurde ins Wasser gefallen, denn es waren zwei Tausend Dreizehn.
01:24:40: da hatten wir das Hochwasser hier in der Hochschule.
01:24:41: also Ich konnte deswegen auch nicht verreißen, weil ich wollte eigentlich in Korea und Japan also recherchieren zum Thema Oberflächlichkeit.
01:24:49: Und dann hatte ich das Glück, nochmal zwei Forschungsfreissemester nach dem Rektor zu machen.
01:24:53: Das war natürlich toll!
01:24:54: Also da war ich erst mal gar nicht in der Lehre.
01:24:56: Aber ich war ein Semester in der Lerde, habe dann meine zwei Forschungsspreissemestern angemacht.
01:25:01: Das ist so toll... ...und jetzt habe ich noch einmal die Projekte im Abluss gemacht.
01:25:04: Wie jetzt das Toy-Toy Dixie-Projekt?
01:25:06: Das war so schön!
01:25:09: herausragendes Projekt auf, für mich so ein Thema zu bearbeiten.
01:25:13: Und ansonsten jetzt zu einem Abschlussplan, ich jetzt nochmal eine Ausstellung zu machen.
01:25:17: Das ist meine Forschungsarbeitsthema Oberflächlichkeiten.
01:25:20: also die Hau der Dinge heißt es.
01:25:22: und da gibt's jetzt eine Publikation wo verschiedene Autoren Anfrage geht zum Thema Oberflächenforschung oder was gemacht haben oder eine persönliche Erfahrung zum Thema Oberflächen haben.
01:25:31: dazu schreibe ich in den Editorial und der Einleitung mache ein paar eigene Texte.
01:25:37: Das wird dann so eine Publikation zusammengefasst, die bei erweiderbar bleibt.
01:25:40: Also die nur noch nicht abgeschlossen ist, weil das auch ein endloses Thema ist.
01:25:44: und dazu gibt es noch eine kleine Ausstellung, die die Inhalte von der Publikationsform, von Objekten...
01:25:52: Also gar keine Retrospektive?
01:25:54: Nein!
01:25:57: Wir machen das gerade als Semesterprojekt, Oberflächlichkeit.
01:26:00: Und ich habe es jetzt gemacht.
01:26:03: Schwerpunkt war das... Weiß es
01:26:04: Oberflächen oder Oberflächlichkeit?
01:26:05: Das
01:26:06: heißt Oberflächlichkeit, weil ich immer so dieses leicht kritische oder auch mit drin habe.
01:26:13: Weil wir werden als Designer immer bezeichnet als oberflächlich, weil wir natürlich nur die Oberfläche sind.
01:26:18: Das ist ein Trauma.
01:26:19: Ja und deswegen das wollte ich damit auch ein bisschen thematisieren Und um die Haut der Dinge ist ja schon was wie?
01:26:25: als Designer gehen er eher mit den ober flächlichen Aspekten von Objekten um und weniger mit den ingenieurstechnischen Aspekten der Schwerkraft, der Biegefestigkeit und so.
01:26:35: Also das ist nicht so ganz generell aber natürlich alles sensuellen Schnittstellen zu den Objekten sind natürlich oberflächlich.
01:26:43: habt ihr was wir sehen was wir hören was wir riechen was wir schmecken das ist meistens über die Oberfläche kommuniziert oder ist da eine Schnittstelle dazu?
01:26:52: deswegen war es für mich ein bisschen dass der Grundauslöser über das Thema nachzudenken und es dann aber Oberflächlichkeiten zu nennen, weil halt die Designern natürlich immer schon ein bisschen schmerzhaft dieses oberflächliche... uns würde auch mal so begegnet.
01:27:10: Wenn wir irgendwo hinkommen und so einen gestalten, dann meint ihr immer, wir sollen jetzt nochmal die Oberfläche noch ein bisschen
01:27:16: schön machen.
01:27:17: Noch schick machen genau!
01:27:18: Das soll jetzt nochmal der Designer drüber.
01:27:21: oder die Designerin.
01:27:23: Was ich auch noch landen muss, dass ich jetzt grundsätzlich besser gender.
01:27:27: das möchte ja auch entschuldigen wenn ich das jetzt auch hier nicht so gut gemacht habe.
01:27:30: Das ist keine böse Absicht, das ist einfach mein alter geschuldet.
01:27:35: Dass ich mich da auch schwerte aber das ist jetzt überhaupt keine... Das war auch für uns Gleichstellung ein wichtiges Thema.
01:27:42: Wir haben damals die Broschüre rausgebracht, also diese Sprachleit... Ja,
01:27:46: die fand ich total tot!
01:27:47: ...denn wir damals ja herausgebracht.
01:27:49: und für mich ist Gleichstellung und Gleichberechtigung ein Teilwichtiges Thema für die Hochschulkultur.
01:27:54: Ich finde, der Hochschulkultur kann nur entstehen wenn alle Leute gleichberechtigt an den Hochschulen agieren können.
01:28:01: Für mich ist es ja auch Gleichstellung nicht nur Gleichstellung im Bezug auf die Geschlechter.
01:28:07: So ein Thema hat darauf gedrängt, dass es auch die Gleichstellung in Bezug der kulturellen Herkunft ankommt aber auch auf die Gleichstellungen mit Zug auf die soziale Herkünfte.
01:28:17: Da war ich ja selber dieses Schicksal auch in mir trage.
01:28:20: und wenn man Gleichstellung so auf einen bestimmten Punkt fokussiert dann Er erinnert mich das immer ein bisschen an Adonno, der sagt es gibt kein richtiges Leben im Falschen.
01:28:32: Also wenn man eben Gleichstellung nur so partiell sieht glaube ich da vergisst man dann.
01:28:36: also macht man sich auch schnell unglaublich, wenn man eine Gleichstellung oder Gleichberechtigung so betreiben wird.
01:28:41: Die muss irgendwie breiter aufgestellt sein und allgemeiner aufgestellt werden.
01:28:44: Das war so auch mein Anliegen im Rektorrad Und zum Glück wurde jetzt auch die Gleichstellung im Land.
01:28:50: Im Land ist ja das Gleichstellung wirklich auf die Geschlechtergleichstellung reduziert, was ich der Teil schlimm finde also der Teil schädlich auch finde und es hat mir jetzt auch geändert und sieht ihr jetzt auch breiter die Gleichstellungen?
01:29:01: Die Aufgaben des Gleichstellungs oder der Gleichstellung beauftragt TIN.
01:29:10: Was machst du jetzt wenn nur die Hochschule verlässt?
01:29:14: Ich bin... Total glücklich, also wieder mein eigenes Leben.
01:29:19: Also natürlich ich bin total glücklich erst mal in die Zeit mit meinem vierjährigen Sohn verbringen zu können viel mehr Zeit für den noch zu haben.
01:29:25: Das ist für mich ein Geschenk jetzt, ein Kind zu haben und ich habe natürlich gerade im Rektorat es mir völlig abhandengekommen an meinen eigenen Büro was zu machen.
01:29:36: aber bis zum Rektoret hab' ich ja noch Projekte mit Tele kommen mit Brauen oder anderen Unternehmen so...
01:29:42: Also immer noch eine fortlaufende
01:29:45: Praxis.
01:29:45: Die ist dann total zusammengebrochen werden, das Rektor hat es weiter aber keine Zeit mehr da.
01:29:49: und dann kam Corona Und das möchte ich aber wieder jetzt reaktivieren eigentlich meine freues Künstlerin und wir wollen zusammen auch neue Projekte machen und wieder eigene Sachen tun aber ganz frei also ohne irgendeinen Auftrag über Zwang Aber du könntest doch einfach dich in
01:30:09: ein Liegestuhl setzen und gucken wie die Vögel zwitschern.
01:30:14: Das werde ich auch machen.
01:30:17: Ich habe ja gerade große Sorgen, weil wir haben ja gerade eine politische Situation in diesem Land und die mir sehr viel Sorgen bereitet.
01:30:25: also... Ich hab's ja vorhin erwähnt, ich habe eine nicht bio-deutsch aussehende Frau.
01:30:30: mein Kind ist auch halb nicht bio deutsch und ich weiß nicht ob ich einem Land leben möchte indem eine Partei vielleicht die Regierung übernimmt Da völlig konträr mit dem ist, was ich mir unter lebenswertem Umfeld vorstelle.
01:30:49: Vor allem für Menschen die halt offensichtlich andersweilig sind als die, die irgendwie glauben, dass das richtig ist.
01:30:57: Und das kann durchaus sein, dass ich mich dann verabschiede aus diesem Land und dann eben... Ich dachte,
01:31:02: dass du jetzt in
01:31:03: den
01:31:04: Widerstand
01:31:05: gehst.
01:31:05: Ich würde auch gar nicht
01:31:07: an den Widerschaden gehen!
01:31:07: Das klingt jetzt
01:31:09: so
01:31:09: radikal, aber es gibt ja verschiedene Möglichkeiten sich zu engagieren und das nicht hinzunehmen sondern...
01:31:14: Ja, das würde ich auch gerne machen.
01:31:18: also ist auch noch entschieden.
01:31:19: Also müssen wir mal gucken wie sie sich entwickeln.
01:31:21: Also Widerstanden ist natürlich auch wichtig.
01:31:23: die Frage ob ich das meiner Familie zumuten möchte.
01:31:26: Also für mich ist es kein Problem, aber wenn ich das meine Familie zumutern möchte... Das weiß ich noch nicht.
01:31:32: Da muss ich mal gucken und da besteht dann die Möglichkeit, dass wir nach Japan gehen und wo ich da mein Leben zurückbeinahme und
01:31:40: alles
01:31:41: nicht verbringen wollte eigentlich.
01:31:44: Du weißt doch gesagt du bist Optimist in
01:31:45: der Kuchspur?
01:31:46: Nein also ich glaube auch, dass das überhaupt für mich... Ich habe mir ja sehr wohlgefühlt in meinem Japan Anpassungsfähig vielleicht, deswegen.
01:31:56: Man kann
01:31:56: sich dann doch im Onsen sitzen die ganze Zeit und da zwitschern auch...
01:31:59: Ja, das ist eine schöne Aussicht für den Lebensnachmittag.
01:32:05: Super!
01:32:05: Ey, Dieter?
01:32:07: Wir haben jetzt richtig lange gesprochen, anderthalb schon.
01:32:09: Ach toll, das war total kurzweilig.
01:32:12: Und vielen Dank für die Einladung weil ich finde dein Podcast der ist also wenn ich irgendwie rausgehe in die Welt und über die Burg rede dann taucht immer ein Podcast auf dass er wahrgenommen wird.
01:32:22: Das ist ein total wichtiges Instrument für diese Hochschule geworden um was die Hochschulen tut Was da passiert, aber auch was im Design passiert in die Öffentlichkeit zu bringen und das finde ich total wertvoll.
01:32:35: Und deswegen bin ich total glücklich und mache mich auch ein bisschen stolz dass du mich jetzt noch mal eingeladen hast.
01:32:41: Ja habe ich sehr gerne gemacht Dieter!
01:32:42: Das war toll.
01:32:44: wir versuchen so viel es geht unten in die Shownauts rein zu packen also dass ihr Zuhörenden seht, was das war.
01:32:52: Wie ist noch mal dieser komische verrückte Professor aus Rumänien?
01:32:56: Das könnt ihr dann unten in den Shownotes lesen!
01:32:58: Wie ist nochmal diese Hochschule in Asien, die zwanzig Kilometer von Tokio entfernt ist und nach dem Vorbild des MIT gebaut ist?
01:33:06: Warte ich kann es jetzt sogar sagen... wartet!
01:33:07: Ach Scheiße, ich finde es nicht.
01:33:10: Es steht auf meinem Zettel zu Kuba!
01:33:12: Zu
01:33:12: Kuba ist schon Kuba.
01:33:15: Genau so was findet ihr da unten?
01:33:18: Wir versuchen, wie immer alle drei Wochen zu erscheinen und dann kommt auf die nächste Frage an der Stelle.
01:33:24: Tschüss!
01:33:25: Oder wie sagt man in Japan?
01:33:27: Eben nicht Sayonara, weil Sayonahra ist der Abschied für immer.
01:33:32: Also man sagt nicht Sayonnara sondern Matane.
01:33:34: Matane?
01:33:34: Matane
01:33:35: machen wir das bis bald.
01:33:37: Ciao ciao!